Emmanuel Levinas

Die Zeit und der Andere

kartoniert , 110 Seiten
ISBN 3787316310
EAN 9783787316311
Veröffentlicht Juli 2003
Verlag/Hersteller Meiner Felix Verlag GmbH
Übersetzer Übersetzt von Ludwig Wenzler
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Beschreibung

»Le temps et l'autre« geht auf vier Vorlesungen zurück, die der Phänomenologe und Existenzphilosoph Emmanuel Levinas (1906-1995) während seines ersten Arbeitsjahres 1946/47 am Collège Philosophique gehalten hat. Hier wird erstmals der in den Auseinandersetzungen mit Husserl und Heidegger entwickelte Grundgedanke dargestellt, dass Zeit das Verhältnis zum Anderen ist.
Die Hauptthese des Buches besteht darin, »die Zeit nicht als eine Abwertung der Ewigkeit zu denken, sondern als Verhältnis zu demjenigen, was, als von sich aus Unangleichbares, absolut Anderes, sich nicht durch die Erfahrung angleichen läßt, oder als Verhältnis zu dem, was, als von sich aus Unendliches, sich nicht begreifen läßt«.
Der Andere steht zum Ich im Verhältnis der Nicht-Gleichzeitigkeit (Diachronie), der »Distanz, die Nähe ist«. Paradigmen solcher uneinholbaren Anderheit sind der Tod und das Weibliche. Levinas zeigt jedoch in »Le temps et l'autre«, wie es im Verhältnis zur Anderheit ein Durchbrechen der in sich verschlossenen Einsamkeit, ein wirkliches Transzendieren gibt, das nicht mehr Rückkehr des Selben zu sich ist.
Die deutsche Übersetzung erschien 1984 erstmals im Felix Meiner Verlag und wurde von Ludwig Wenzler für die Neuausgabe (nun in der Philosophischen Bibliothek) korrigiert.

Portrait

Emmanuel Levinas wird 1905 in Kaunas (Litauen) geboren. Nachdem seine Jugendjahre durch die Lektüre der russischen Literatur und der hebräischen Bibel geprägt werden, beginnt Levinas 1923 das Studium der Philosophie in Straßburg bei M. Halbwachs und M. Blondel. Die Bekanntschaft mit Husserl und Heidegger beeinflußt seine Philosophie entscheidend. Nach der Einbürgerung in Frankreich 1930 veröffentlicht Levinas die erste französische Studie zu Heidegger und übersetzt Husserls Cartesianische Meditationen ins Französische. 1940 gerät er in deutsche Kriegsgefangenschaft, seine Eltern und Geschwister fallen in Litauen der deutschen Ausrottungspolitik zum Opfer. Die Auseinandersetzung mit der Shoa bleibt lebenslanges Thema.
Levinas leitet über 30 Jahre lang das Institut der Alliance Israélite Universelle (AIU). Neben dieser pädagogischen Arbeit hält er Vorlesungen am außeruniversitären Collége Philosophieque. Vier Vorlesungen, die den in der Auseinandersetzung mit Husserl und Heidegger entwickelten Grundgedanken darstellen, daß Zeit das Verhältnis zum Anderen ist, erscheinen unter dem Titel Die Zeit und der Andere. Eine universitäre Laufbahn schlägt Levinas erst nach der Promotion 1961 zum Doktor der Literatur ein. Er lehrt nachfolgend an den Universitäten von Poitiers, Nanterre und an der Sorbonne.
Eine Wiederaufnahme phänomenologischer Ideen und gleichzeitig ihre Überwindung in eine ethisch begründete Metaphysik des Unendlichen präsentiert das Werk Totalität und Unendlichkeit von 1961. Die ethische Perspektive wird dann in Levinas' wichtigstem Werk, der Essaysammlung Anders als Sein oder jenseits des Wesens von 1974 weiter radikalisiert. Einflüsse zeigen sich bei Lyotard und Derrida aber auch bei Vertretern der postmodernen Ethik in den USA. Emmanuel Levinas stirbt 1995 in Paris.

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