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Josef Schwejk, Hundefänger aus Prag, ist von offizieller Stelle für schwachsinnig erklärt worden und meldet sich dennoch freiwillig zum Dienst in der österreichisch-ungarischen Armee. Er hält sich ans Gesetz, unterwirft sich jeder Autorität und bleibt selbst im Kriegszustand ruhig. Ein Glücksfall fürs Militär - würde sich Schwejk mit seiner ausgereiften Tollpatschigkeit nicht dauernd selbst in heikle Situationen manövrieren: Etwa, indem er in Gefangenschaft seiner eigenen Armee gerät. Retten kann sich der Soldat nur mit seinem scheinbar unerschöpflichen Fundus an Anekdoten und Witzen, die er im richtigen Moment so unverblümt und charmant vorträgt, dass er noch jedes Mal davonkommt.
Eine bissige, fragmentarische Erzählung, die die Schrecken des Ersten Weltkriegs und die grausamen Absurditäten des dynastischen und des militärischen Systems auf humorvolle Art anprangert. Um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: Der liebenswürdige Soldat Schwejk 'haut die gesamte österreichische Monarchie übers Ohr'.
Jaroslav Hašeks Leben liest sich wie ein Abenteuerroman: 1883 in Prag in bescheidene Verhältnisse geboren, flog er vom Gymnasium und später aus einer Bankanstellung und wollte fortan Schriftsteller werden. Nachdem er vier Jahre als Vagabund durch Mitteleuropa gezogen war, kehrte er in die Prager Bohème zurück und legte sich als spitzzüngiger Journalist mit jedweder Obrigkeit an, woraufhin er erneut seine Stelle verlor. Um immerhin seine Stammkneipe zu erhalten, gründete Hašek die 'Partei des gemäßigten Fortschritts im Rahmen des Gesetzes', in die dank seiner komödiantischen Reden bald die Massen strömten. Nach Kriegsausbruch diente Hašek kurz in der kaiserlich-königlichen Armee, bevor er 1915 desertierte und der Hinrichtung nur knapp entkam. Tot glaubte man den jungen Tschechen dennoch mehrfach. Körperlich schwer angeschlagen, zog er sich nach Kriegsende nach Lipnice zurück, wo er sein Hauptwerk Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk weiterschrieb, aber nicht mehr fertigstellte. Als er 1923 neununddreißigjährig starb, hinterließ Hašek rund 1500 Kurzprosatexte und ein einziges Romanfragment.