Veranstaltungen

16.10.2017 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Theater am Bunker
Vorverkauf: Buchland
Preis: 5.-€

Zwei Brüder aus Riga machen Karriere: erst in Nazideutschland, dann als Spione der jungen Bundesrepublik. Die Jüdin Ev ist mal des einen, mal des anderen Geliebte. In der leidenschaftlichen Ménage à trois tun sich moralische Abgründe auf, die zu abenteuerlichen politischen Verwicklungen führen. Die Geschichte der Solms ist auch die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert: des Untergangs einer alten Welt und die Erstehung eines unheimlichen Phönix aus der Asche.
Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Romancier. Seine Filme (darunter ›Scherbentanz‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Sein neuer Film, die Tragikomödie ›Die Blumen von gestern‹, mit Lars Eidinger in der Hauptrolle, startete im Januar 2017 in den Kinos. ›Das kalte Blut‹ ist Chris Kraus’ zweiter Roman. Der Autor lebt in Berlin.

Theateraufführung "Biedermann & die Brandstifter"

10.11.2017 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Theater am Bunker
Vorverkauf: Buchland & Tourismusbüro

Premiere! Weitere Aufführungen am 11/12/25/26. November.
Der Zuschauer weiß ganz genau, dass Schmitz und Eisenring Brandstifter sind und den nächsten
Brandanschlag im Hause Biedermann vorbereiten. Auch Biedermann weiß dies! Frischs Stück ist
so angelegt, dass es darüber keinen Zweifel gibt. Biedermann und die Brandstifter veranschaulicht
die Eigenschaft des Menschen, wider besseren Wissens eine vermeidbare Katastrophe
zuzulassen, sich geradezu daran zu beteiligen - der paradoxe Unter titel »Ein Lehrstück ohne
Lehre« erhält damit seinen eigentlichen Sinn.
Frischs Klassiker funktioniert nicht nur im historischen Kontext, sondern schlägt durch die aufgezeigten
grundlegenden Verhaltensmuster eine zeitlose Brücke hin zu aktuellen Problemen. So wie Biedermann
am Schluss den Brandstiftern die Streichhölzer gibt, werden auch wir mitschuldig durch Zu- und
Wegschauen oder Schönreden.

Krischan Kockh "Flucht übers Watt"

14.11.2017 19:30 Uhr - 21:00 Uhr

Veranstaltungsort: Theater am Bunker Bad Wildungen
Vorverkauf: Buchland & Tourismusbüro

Kunstraub auf Nordfriesisch Kunststudent Harry Oldenburg will der chronischen Ebbe in seiner Kasse Abhilfe verschaffen und klaut diverse Noldes aus dem Museum in Seebüll. Hals über Kopf flüchtet er mit der erstbesten Fähre nach Amrum, wo er vorerst untertauchen will. Doch in der herbstlichen Insel-Idylle sieht sich der schüchterne Harry bald von einem rüpelhaften Fährmann, einer liebestollen Urlauberin und der überaus neugierigen Zimmerwirtin verfolgt. So schnell er sich der unbequemen Mitmenschen entledigen kann, so schwierig gestaltet sich deren Entsorgung. Bald wird Harry das Pflaster auf Amrum zu heiß. Eine dramatische Flucht über die Inseln und das Watt beginnt.


Krischan Koch wurde 1953 in Hamburg geboren. Die für einen Autor üblichen Karrierestationen als Seefahrer, Rockmusiker und Kneipenwirt hat er sich geschenkt. Stattdessen macht er Kabarett und Kurzfilme und schreibt seit vielen Jahren Filmkritiken u.a. für die ,Die Zeit' und den Norddeutschen Rundfunk. Koch lebt mit seiner Frau in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er mit Blick aufs Watt seine Kriminalromane schreibt.

Friedrich Ani "Ermordung des Glücks"

22.11.2017 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Theater am Bunker
Vorverkauf: Buchland & Tourismusbüro

Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard Grabbe im kalten Novembermünchen nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck, den man bereits aus Der namenlose Tag kennt, überbringt den Eltern die schrecklichste aller Nachrichten - das Glück verschwindet. Aber auch das Glück anderer, mit Lennard in Verbindung stehenden Personen endet abrupt oder wird ermordet. Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen, verbringt Stunden am Tatort und bedient sich seiner speziellen Technik der Gedankenfühligkeit - immer in der Hoffnung, das "Fossil", den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls, ans Licht zu bringen. Angetrieben wird er dabei nicht nur von dem Bedürfnis, der Familie zu Klarheit zu verhelfen und so ihre Trauer zu lindern, sondern auch von den schmerzhaften Erinnerungen an die ungelösten Mordfälle seiner Karriere. Nach dem mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichneten Auftakt der Reihe um Jakob Franck, Der namenlose Tag, folgt nun der langerwartete zweite Teil, Ermordung des Glücks. Friedrich Ani vereint erneut grenzenlose Traurigkeit, menschliche Abgründe und atemlose Spannung in einem an Melancholie kaum zu übertreffenden Roman.


Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Stuttgarter Krimipreis, markierte Anis Wechsel zu Suhrkamp. Sein zweiter Roman, Nackter Mann, der brennt, erschien im Sommer 2016. Seit 2015 ist Friedrich Ani auch mit seinen Theaterstücken im Suhrkamp Theater Verlag vertreten.