Stadtschreiberin

Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren. 2016 erschien ihr Gedichtband "Proben von Stein und Licht", 2018 dann ihr Roman "Wie hoch die Wasser steigen", dem man anmerkt, dass sie als Lyrikern begonnen hat – es ist nicht einfach ein Roman, sondern auch ein großes Gedicht. Einerseits spielt es in einer gleißenden Gegenwart, andererseits in einer schwierig zu umreißenden, fernen Zeitlosigkeit.
Waclaw, die Hauptfigur, arbeitet auf Bohrinseln im offenen Meer, bei globalen Konzernen, welche die Bedingungen diktieren und die frühere Sklavenhaltergesellschaft nahtlos ins computergesteuerte und coole Selbstvermarktungs-Bussiness des 21. Jahrhunderts überführen. Nach dem Tod seines besten Freundes, den er bei dieser Arbeit kennengelernt hat, reist Waclaw zu verschiedenen Stationen, die alle etwas mit seinem Leben zu tun haben. Doch wie wenig greifbar dieses Leben geworden ist, stellt sich im Lauf der Zeit heraus: Wie bei allen literarischen Texten, die nach der Lektüre noch im Kopf bleiben, kommt es nicht so sehr auf eine nacherzählbare Handlung an, sondern auf die Atmosphäre und die Worte, in denen und mit denen sie spielt. Und das Besondere ist, dass sich Waclaw wie eine phantasmagorische Gestalt bewegt, die etwas aus der Literaturgeschichte mit zu transportieren scheint.

Begründung der Jury

Wie hoch die Wasser steigen

Wie hoch die Wasser steigen Anja Kampmann

gebunden


Wenzel Groszak, Ölbohrarbeiter auf einer Plattform mitten im Meer, verliert in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund. Nach dessen Tod reist Wenzel nach Ungarn, bringt dessen Sachen zur Familie. Und jetzt? Soll er zurück auf eine Plattform? Vor der westafrikanischen Küste wird er seine Arbeitskleider wegwerfen, wird über Malta und Italien aufbrechen nach Norden, in ein erloschenes Ruhrgebiet, seine frühere Heimat. Und je näher er seiner großen Liebe Milena kommt, desto offener scheint ihm, ob er noch zurückfinden kann. Anja Kampmanns überraschender Roman erzählt in dichter, poetischer Sprache von der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer bodenlosen Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben.

zum Produkt € 23,00*

Proben von Stein und Licht

Proben von Stein und Licht Anja Kampmann

gebunden


"Ich habe nie so viel Schnee gesehen / nicht so viele Landstriche so dick überfroren / kalt und eisstill wie das Land das sich abkehrt von uns", so beginnt Anja Kampmann die Erkundung einer Landschaft. Viele ihrer Gedichte changieren zwischen Fremdheit und Vertrautheit, zwischen der Wortlosigkeit der Natur und dem poetischen Ausdruck. "Es soll um den Horizont gehen", um den Horizont, der überall die Welt des einzelnen begrenzt, ihr aber auch einen Rahmen gibt. Mit Anja Kampmann ist eine junge, neue Stimme der Gegenwartslyrik zu entdecken.

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