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Wonderworld of books

  • 01.10.2018

 

Wenn ich Dich mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es: Sehnsucht.
Denn Du steckst voller Sehnsucht – jede Seite, jede E-Mail ist voll von diesem Gefühl.
Daniel Glattauer schreibt einfach wie ein Philosoph: so klug, charmant und so romantisch. Gleichzeitig sind seine beiden Bücher unheimlich bissig, spritzig und pointiert geschrieben – ein ganz besonderes Sprachgefühl. Und natürlich schreibt er vor allem eins: so menschlich sehnsuchtsvoll!
Natürlich könnte man jetzt fragen: Brauchen wir wirklich noch einen E-Mail-Roman?
Oh ja, "Gut gegen Nordwind" ist viel mehr als eine E-Mail-Romanze. Die Ausgangslage erinnert an kitschige Romanzen à la "E-Mail für Dich" mit Meg Ryan und Tom Hanks in der Hauptrolle. Aber "Gut gegen Nordwind" wird nicht umsonst vom Spiegel als klügsten Liebesdialog der Gegenwartsliteratur betitelt.

Inhaltlich verrate ich Euch nur so viel: Irrtümlicherweise landet eine E-Mail von Emmi Rothner bei Leo Leike, die eigentlich ein Zeitschriften-Abonnement kündigen möchte. Aus Höflichkeit antwortet ihr besagter Herr Leike – und es entspinnt sich ein Dialog.
Über die beiden Protagonisten und Schreiberlinge erfährt der Leser nicht viel. Es geht viel mehr um das dazwischen. Zwischen den Zeilen.
Kann man sich anhand von E-Mails ineinander verlieben? Das ist eine gute Frage. Fakt ist jedoch, dass ein erstes Treffen bald unausweichlich erscheint. Aber Emmi Rothner ist verheiratet und Leo verarbeitet gerade eine gescheiterte Beziehung. Wieviel ist Illusion, wieviel real?
Ebenfalls unglaublich großartig: Die beiden Protagonisten sind Menschen – und damit auch voller Schwächen, die Daniel Glattauer liebevoll entlarvt. Und der Zuneigung, die man für die beiden E-Mail-Schreiber entwickelt, keinen Abbruch tut – im Gegenteil.
Danke, dass Du mir nochmals vor Augen geführt hast, dass ich eine hoffnungslose Romantikerin bin.
Ich glaube, wir wissen beide, ich der Typ bin, der sich von der siebenten Welle mitreißen lässt – wenn nicht gar schon von der vierten. Ach was, der dritten.
"Gut gegen Nordwind", Du bist für mich ein Roman, den man an einem Regentag eingekuschelt im Bett mit einer Tasse Tee verschlingt! Eine E-Mail-Sammlung, die man nach ein paar Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann und will – und die mich sehr emotional aufgewühlt zurückgelassen hat. Aber was heißt zurückgelassen... der zweite Band sollte direkt neben dem Nachtisch liegen. ;-)

Schreib doch mal wieder einen Brief oder eine lange E-Mail!
Nachdem ich Dich verschlungen hatte, habe ich meiner besten Freundin – die mir Dich ursprünglich auch empfohlen hatte – eine E-Mail geschrieben. Nach der Lektüre kann man gar nicht anders!

Ich liebe es, lieben Menschen E-Mails und Briefe zu schreiben. Irgendwo ist das auch immer eine Form von einem persönlichen Tagebuch. Ich habe sogar eine französische E-Mail und Brieffreundin, die ich dem Zufall sei Dank (on dirait, un heureux hasard) in den Tiefen des Internets gefunden habe. Und mittlerweile (und etliche E-Mails, Briefe und Brest- und Nantesbesuche später) ist sie eine echte Freundin für mich geworden. Da soll mal jemand nochmal sagen, dass man über das Internet keine Freundschaften knüpfen kann! ;-)

Wer sich mal wieder so richtig in das geschriebene Wort und die Magie von Briefen verlieben möchte, sollte dringend zu "Gut gegen Nordwind" greifen. Und auch alle anderen: Lest dieses Buch. Es wird Euch zum Schmunzeln, Lachen und Weinen bringen.

Ich möchte mit einem Zitat enden. Wie Leo Leike so schön sagt: Ich bin so froh, dass ich mein "nie innehaltendes Tagebuch" in meiner besten Freundin schon gefunden habe.

Habt Ihr "Gut gegen Nordwind" schon gelesen? Falls nicht: Hat Euch meine etwas ungewöhnliche Buchvorstellung Lust auf den Roman gemacht?
Und noch viel wichtiger: Habt Ihr ein "nie innehaltendes Tagebuch?

Ich wünsche Euch noch einen schönen verregneten Lesetag und einen guten Start ins literarische Wochenende,
Eure Hannah

 

Viele weitere solcher ausgefallener Rezensionen von Hannah, finden Sie bei wonderworld of books.

 


Daniel Glattauer, Gut gegen Nordwind

gebunden

Gibt es in einer vom Alltag besetzten Wirklichkeit einen besser geschützten Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen? Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück. B...

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Daniel Glattauer, Gut gegen Nordwind

kartoniert

Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift "Like" kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn...

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Daniel Glattauer, Gut gegen Nordwind. Sonderausgabe

Audio-CD

"Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Erstaunlich, wie wenig Worte notwendig sind, um Leidenschaft zu entfachen. Sie müssen nur richtig gewählt sein und zur rechten Zeit kommen. Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Bald gibt Leo zu: «Ich interessiere mich wahnsinnig für Sie, liebe Emmi. Ich weiß aber auch, wie absurd dieses Interesse ist.» Und wenig später gesteht Emmi: «Es sind Ihre Zeilen und meine Reime darauf: die ergeben so in etwa einen Mann, wie ich mir plötzlich vorstelle, dass es sein kann, dass es so jemanden wirklich gibt.» Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt, aber diese Frage wühlt beide so sehr auf, dass sie die Antwort lieber noch eine Weile hinauszögern. Außerdem ist Emmi glücklich verheiratet. Und Leo verdaut gerade eine gescheiterte Beziehung. Und überhaupt: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

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