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Der nonkonformistische Psychoanalytiker und Philosoph Félix Guattari widmete sich zeitlebens dem Potential großer Veränderungen aus kleinen Interventionen. Bekannt als Koautor u.a. des 'Anti-Ödipus' mit Gilles Deleuze, wird sein visionäres Werk erst heute in ganzer Tragweite entdeckt. Adrian Hanselmann stellt das Frühwerk im Kontext der institutionellen Psychotherapie, die Arbeit in der Klinik und den Aktivismus in den Jahren vor 1968 dar. Er folgt Guattari ins italienische Labor der Autonomia, worin die 77er-Bewegung in Bologna in einer Verschmelzung aus Theorie und Praxis militantes Werkzeug aus seinen Begriffen schmiedete - eine Geschichte der molekularen Revolution, des Erfindungsgeistes und ein Plädoyer für das Mögliche in der Gegenwart. Ergänzt durch ein Gespräch mit Franco 'Bifo' Berardi.
Adrian Hanselmann promovierte an der Leuphana Universität Lüneburg in Philosophie und studierte an der Zürcher Hochschule der Künste Theorie und Fine Arts. Er interessiert sich für die Psyche der Gegenwart am Schnittpunkt von Theorie und Praxis sowie der transdisziplinären Erfindung des Möglichen.