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In ihrem zweiten Roman läßt Aglaja Veteranyi die erwachsen gewordene Erzählerin aus ihrem erfolgreichen Erstling 'Warum das Kind in der Polenta kocht' einen neuen, geänderten Blick auf Familie und Leben werfen, hin- und hergerissen zwischen Mutter und Tante und immer neu auftauchender Verwandtschaft. Mit ihrem ersten Buch schrieb sich Aglaja Veteranyi in die Herzen ihrer Leser. In diesem Roman, den sie vor ihrem tragischen Tod vollenden konnte, erzählt sie von der inzwischen erwachsenen Heldin, die als junge Frau, verstrickt in die eigene Geschichte, versucht, sich aus ihren Zwängen zu lösen. Das Sterben der Tante gibt den Anstoß, auf ihr Leben zu blicken und den Familienkosmos zu durchleuchten. Wiederum besticht die Autorin durch ihre Sensibilität und Sprachkraft. Aglaja Veteranyi hat mit 'Das Regal der letzten Atemzüge' ein eindrückliches, persönliches Andenken für ihre Leser hinterlassen.
Aglaja Veteranyi, geboren 1962 in Bukarest, stammte aus einer Zirkusfamilie. Nach ihrer Schauspielausbildung arbeitete sie seit 1982 als freischaffende Schauspielerin und Autorin. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen folgten. 1999 erschien ihr erster Roman in der DVA 'Warum das Kind in der Polenta kocht', für den sie mit dem Werkjahr der Stadt Zürich, der Ehrengabe des Kantons Zürich, dem Kunstpreis Berlin 2000 sowie dem Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet wurde. In der Nacht zum 3. Februar 2002 hat sich Aglaja Veteranyi in Zürich das Leben genommen.