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"Gudula oder Die Dauer des Lebens" entfaltet eine poetisch-philosophische Erzählung über die Erfahrung von Zeit, Vergänglichkeit und menschlicher Selbstwerdung. Im Zentrum steht Gudula, deren Lebensweg weniger als äußerer Abenteuerroman denn als innere Entwicklung und Erkenntnisbewegung gestaltet ist. Schaeffer verbindet psychologische Beobachtung mit essayistischer Reflexion und einer bildreichen, stellenweise symbolistisch grundierten Sprache. Damit steht das Werk im Übergang von Spätromantik und Neuromantik zur modernen, weltanschaulich ausgerichteten Prosa der Zwischenkriegszeit: Es fragt nicht nur, wie ein Leben verläuft, sondern wodurch es Dauer und Bedeutung gewinnt. Albrecht Schaeffer (1885-1950) gehört zu jenen vielseitigen deutschsprachigen Autoren, deren Werk sich einer eindeutigen literarhistorischen Zuordnung entzieht. Als Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer war er mit den geistigen Spannungen seiner Epoche vertraut: dem Verlust tradierter Gewissheiten, dem Bedürfnis nach innerer Ordnung und der Suche nach einer überindividuellen Sinnperspektive. Diese Erfahrungen prägen auch seinen Blick auf Gudula, deren Geschichte als poetische Antwort auf die Krisenerfahrung der Moderne gelesen werden kann. Empfohlen sei das Buch Leserinnen und Lesern, die literarische Erzählungen nicht allein als Handlung, sondern als Denk- und Erfahrungsräume begreifen. Wer Freude an sprachlich anspruchsvoller Prosa, psychologischer Vertiefung und großen Fragen nach Zeit, Identität und Lebenssinn hat, findet in diesem Werk eine anregende, eigensinnige Wiederentdeckung.
Albrecht Schaeffer (1885-1950) war ein deutscher Schriftsteller, dessen Werk heute vor allem im Kontext der literarischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts betrachtet wird. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählt der Roman "Gudula oder Die Dauer des Lebens", der bereits im Titel eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit Zeit, Vergänglichkeit und menschlicher Existenz ankündigt. Schaeffers Schreiben verbindet psychologische Beobachtung mit philosophischer Reflexion und einer ausgeprägten Sensibilität für innere Entwicklungsprozesse. Dabei steht weniger die vordergründige Handlung als die geistige und emotionale Bewegung der Figuren im Mittelpunkt. Seine Prosa weist Züge des symbolischen und weltanschaulichen Romans auf; zugleich zeigt sie ein Interesse an der Ambivalenz menschlicher Beziehungen und an der Frage nach Sinn und Dauer des Lebens. "Gudula oder Die Dauer des Lebens" lässt sich somit als charakteristisches Beispiel für Schaeffers introspektiven, gedanklich anspruchsvollen Stil lesen.