Entgrenztes Imperium - Alexander Höllwerth

Alexander Höllwerth

Entgrenztes Imperium

Literarische und ideologische Diskurse in Russland. 1. Auflage
eBook (pdf), 210 Seiten
EAN 9783593464886
Veröffentlicht Juli 2026
Verlag/Hersteller Campus eBooks
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Beschreibung

Als Russland im Februar 2022 die Ukraine angriff, waren viele Vertreter des Westens entsetzt. Dabei kündigte sich diese Aggression schon seit Jahren an. Denn die Betrachtung der Ukraine als »nicht eigenständiger Staat«, als »russische Provinz«, die sich in das Imperium einzufügen und sich ihm unterzuordnen habe, war schon seit den 1920er und 1930er Jahren ein fixer Bestandteil der eurasischen Ideologie und wurde von den »Neoeurasiern« der Putin-Ära ebenso wie von Vladimir Putin selbst einfach übernommen. Alexander Höllwerth zeichnet die Anzeichen der »Entgrenzung« in den Gedankenwelten von Ideologen und Literaten wie Aleksandr Dugin, Jurij Mamleev, Eduard Limonov und Zachar Prilepin nach. Den genannten Schriftstellern stehen andere entgegen, die die imperialistischen Vorstellungen ihrer Kollegen als gefährliche Dystopien erkennbar machen (z.B. Vladimir Sorokin, Viktor Pelevin und Viktor Erofeev). Das Panorama, das dieses Buch aufspannt, unterläuft sowohl eine pauschale Verurteilung der russischen Kultur als auch eine naive Sichtweise, die die aggressiven Potentiale in den Diskursen ignoriert. Gleichzeitig ist es aber auch ein Plädoyer für einen kritischen Dialog mit Russland und ein aktives Streben nach Frieden.

Portrait

Alexander Höllwerth, Dr. phil., ist slavistischer Literatur- und Kulturwissenschaftler sowie Privatdozent der Universität Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt Einleitung: Die »Zeitenwende«. Der 24. Februar 2022 - der Tag der »Entgrenzung« Teil I: Vorspann in der Zwischenkriegszeit. Die Formierung der eurasischen Ideologie Der Eurasismus der 1920er und 1930er Jahre im Graubereich zwischen »orthodoxer Metaphysik« und den totalitären Entgrenzungen des 20. Jahrhunderts Teil II: »Das Wort«. Versuche einer ideologischen Wiederbelebung des Imperiums Der Tod der sowjetischen Ideokratie und die russische Postmoderne Die Revitalisierung der »russischen Idee« nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Die Rekonstruktion: Das »sakrale russisch-eurasische Imperium« des »Philosophen« Aleksandr Dugin - die Wiederbelebung des Total- Totalitären Metaphysische Entgrenzung: Jurij Mamleevs »metaphysischer Realismus« und der totale Abgrund Zwei Dekonstruktionen: Sorokins Romane Led und Den' Opricnika - Übermenschen und Monster jenseits von Gut und Böse Teil III: »Die Tat«. Von der Literatur bzw. von der »Idee« zur militärischen Aggression Die Mythisierung Stalins als Grundlage des »Putinismus« Aleksandr Dugins Versuch einer Inthronisation Stalins als »metaphysische Norm« Von Stalin zu Putin - oder Putin als »absolutes Konzept« Viktor Erofeevs Dekonstruktionen des Stalin- und Putin-Mythos Eduard Limonov - Dandy und gewaltbereiter Draufgänger Zachar Prilepin - der Schriftsteller mit dem Maschinengewehr in der Hand Sankya - ein Roman über die nacboly und deren »aggressive Taten«. Aktionismus als Rebellion gegen die »Leere« des Grabes Prilepins »Separatisten-Romanze«, der Schriftsteller als »Krieger« und die Rolle der Literatur in diesem Krieg Schluss: Die Alternative zum Dialog. Die totale Entgrenzung, die totale Differenz, die totale Identität und der Abgrund Plädoyer für den Dialog als Mittel gegen die Logik der Totalität und der Entgrenzung Dank Literatur Anmerkungen

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