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In "Entthronte Gottheiten" untersucht Alexander Moszkowski den Wandel religiöser, weltanschaulicher und gesellschaftlicher Autoritäten. Der Band verbindet kulturkritische Betrachtung mit philosophischer Argumentation und einer unverkennbar satirischen Schreibweise: Was einst als unumstößliche Wahrheit galt, wird historisch relativiert, rational befragt und auf seine menschlichen Voraussetzungen zurückgeführt. Damit steht das Werk im geistigen Umfeld von Positivismus, Religionskritik und moderner Wissenschaftsgläubigkeit, ohne sich in bloßer Polemik zu erschöpfen. Moszkowski interessiert sich insbesondere für den Vorgang der Entzauberung, durch den Götter, Dogmen und ideologische Gewissheiten ihre Macht verlieren. Alexander Moszkowski (1851-1934), in Berlin wirkender Schriftsteller, Journalist und Satiriker jüdischer Herkunft, verband naturwissenschaftliches Interesse mit literarischer Fantasie und scharfem Beobachtungsvermögen. Als Autor humoristischer, essayistischer und utopischer Texte war er mit den intellektuellen Spannungen der wilhelminischen Moderne vertraut. Seine Nähe zu Wissenschaft, Fortschrittsdenken und skeptischer Gesellschaftskritik bildet den geistigen Hintergrund dieses Buches. Leserinnen und Leser, die sich für Religionskritik, Ideengeschichte und die literarische Auseinandersetzung mit Autorität interessieren, finden hier ein anregendes, geistreiches Dokument seiner Zeit. "Entthronte Gottheiten" lädt dazu ein, vertraute Gewissheiten kritisch zu prüfen und den Übergang von Glauben zu reflektierter Erkenntnis mitzuvollziehen.
Alexander Moszkowski (1851-1934) war ein deutschsprachiger Schriftsteller, Satiriker, Essayist und Publizist jüdisch-polnischer Herkunft. Nach seiner Ausbildung und ersten journalistischen Tätigkeiten wirkte er vor allem in Berlin, wo er sich als scharfsinniger Beobachter gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und weltanschaulicher Entwicklungen profilierte. Bekannt wurde er durch einen geistreich-ironischen Stil, der philosophische Spekulation, naturwissenschaftliche Anspielungen und pointierte Gesellschaftskritik miteinander verbindet. In Werken wie "Das Buch der 1000 Wunder", "Die Unsterblichkeit der dummen" und "Entthronte Gottheiten" hinterfragt Moszkowski herkömmliche Autoritäten, Fortschrittsvorstellungen und religiöse Gewissheiten. Dabei bewegt sich seine Prosa zwischen Satire, populärwissenschaftlichem Essay und erkenntniskritischer Reflexion. "Entthronte Gottheiten" steht exemplarisch für sein Interesse an historischen Verschiebungen des Denkens und an der Entzauberung absoluter Wahrheitsansprüche. Moszkowskis Schriften zeichnen sich durch sprachliche Eleganz, intellektuelle Beweglichkeit und einen ausgeprägten Sinn für paradoxe Zuspitzungen aus; sie spiegeln zugleich die geistige Atmosphäre des späten Kaiserreichs und der Weimarer Zeit.