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Wie kann ein etablierter, europäischer Handelsgigant, der jahrzehntelang die deutschen Innenstädte dominierte, innerhalb weniger Jahre so radikal gegen die Wand gefahren werden, dass am Ende nur ein gigantischer Schuldenberg und Zehntausende verlorene Arbeitsplätze übrig bleiben? Der Zusammenbruch der Arcandor AG (ehemals KarstadtQuelle) ist die ultimative deutsche Tragödie über unkontrollierten Management-Größenwahn.
Unter der Führung von CEO Thomas Middelhoff wurde nicht das grundlegende Problem gelöst - die Tatsache, dass die Ära der riesigen Universal-Kaufhäuser und Versandkataloge durch das Internet zu Ende ging. Stattdessen betrieb Middelhoff finanzielle Akrobatik: Er verkaufte die wertvollen firmeneigenen Karstadt-Immobilien an externe Investoren, nur um sie für das Unternehmen extrem teuer zurückzumieten ("Sale-and-Lease-Back"). Dies spülte zwar kurzfristig Milliarden in die Kasse, zerstörte aber die langfristige Rentabilität. Während der Konzern ausblutete, flossen zweistellige Millionenbeträge an McKinsey-Berater und in Hubschrauberflüge für den Vorstand.
Diese knallharte wirtschaftshistorische Analyse dekonstruiert die Arroganz der Chefetagen. Sie beleuchtet die toxische Rolle der Aufsichtsräte, den fatalen Fokus auf Quartalszahlen und den schmerzhaften Untergang einer deutschen Einzelhandels-Ikone.
Erkennen Sie die Gefahren finanzieller Taschenspielertricks. Die Arcandor-Pleite zeigt schonungslos, dass man fehlende digitale Innovation nicht durch den Verkauf der eigenen Substanz kompensieren kann.
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