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Der Römerbrief gilt als ein theologischer Höhepunkt des Neuen Testaments. Ausgehend von der These, dass der Brief erst nach 70 n. Chr. und nach dem Markusevangelium entstanden ist, wird er hier als Versuch verstanden, ein System aus Gesetz, Gericht, Tempel und Bund abzulösen und durch einen neuen Zugang zu Gott zu ersetzen. Dabei behauptet sich der Brief auch gegenüber anderen christlichen Strömungen. Das neue System basiert auf Gerechtigkeit durch Glauben, Jesus Christus als neuem Sühneort und einem Leben "in Gott". Dabei erscheinen die ersten Kapitel nicht als Generalanklage gegen die Menschheit, sondern als Kritik an einem Glaubensmodell, das über Gesetz und Gerichtsangst wirkt. Das Buch zeigt, wie der Römerbrief konsequent gegen das jüdische Selbstverständnis argumentiert. Beschneidung, Auserwählung, Gesetz, Tempel werden neu gedeutet. Abraham und Adam werden in die eigene Erzählung eingebunden, die alten Texte in einen neuen Kontext gesetzt. Der Römerbrief interpretiert nicht nur die Texte des Alten Testaments neu, sondern korrigiert auch die alten Paulusbriefe. Das Markusevangelium und dessen Jesusbild werden vom Römerbrief abgelehnt. Hinter alledem steht der Tempelsturz als historisch belegtes Ereignis. Das Buch richtet sich an Exegeten, weil es neue und unkonventionelle, aber in dem Text begründete Lesarten des Neuen Testamentes eröffnet. Gläubige erfahren, dass sich der Römerbrief an einem Richtungsstreit der Gründerväter beteiligt, auf die Zwänge seiner Zeit reagiert und dabei neue Zwänge schafft. Für religionsskeptische Atheisten ist das Buch interessant, weil es ohne Sendungsbewusstsein auf etwas mehr als 200 Seiten einen Einstieg in die Bibel und besonders das Neue Testament liefert und die Bibel als ernstzunehmenden und hochaktuellen Text zeigt.
Aus der privaten Lektüre der Bibel "dem Interesse halber" wurde ein langjähriges Schreibprojekt über die Texte des Neuen Testamentes. Dabei verbindet der Autor eine kritische Lesart und den Versuch der Interpretation aus der Entstehungsperspektive der Texte selbst. Spätere Überlagerungen und nachträgliche Deutungen werden so weit wie möglich ausgeblendet. Über allen Betrachtungen schwebt die Frage, wie weit eine atheistische Lesart in religiösen Texten trägt. Sie trägt sehr weit. Es geht dem Autor nie darum, Glaube und Religion als abwegig darzustellen und aus dieser Ablehnung heraus gegen die Texte zu argumentieren. Im Gegenteil. Der Autor lässt sich vollends auf die Logik der Texte ein und verlangt ihnen damit alles ab. "Der Römerbrief. Und wenn all diese Dinge vollendet sind." ist sein erstes Buchprojekt zum Neuen Testament. Weitere Bände zu Offenbarung und Markusevangelium sind in Vorbereitung.