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Was geschieht, wenn die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Land der ewigen Jugend durchlässig wird? Was, wenn ein schlichter Eisenring der einzige Schutz vor dem ist, worüber man besser nicht zu laut spricht?
Ananya Krishnamurthy entführt ihre Leserinnen und Leser in fünf eigenständige, doch miteinander verwobene Begegnungen an der Schwelle zwischen Diesseits und Anderswelt. Im Mittelpunkt stehen gewöhnliche Menschen - Bauern, Hirten, Frauen am Herdfeuer - die unvermittelt in Kontakt treten mit dem, was die irische Mythologie als Tír na nÓg kennt: das Land jenseits des Nebels, zeitlos und unbegreiflich.
Die Geschichten schöpfen tief aus dem Brunnen keltischer Überlieferung und beschwören eine Atmosphäre, die sich anfühlt wie feuchte Herbstluft auf der Haut: dicht, nah und unausweichlich. Krishnamurthy schreibt mit einer Präzision, die jedes Detail bedeutsam werden lässt - einen Ring aus Eisen, barfüßige Füße im schwarzen Moorwasser, ein Lächeln, das weder freundlich noch unfreundlich ist. Ihre Sprache ist lakonisch und poetisch zugleich, durchzogen von dem Wissen, dass manche Dinge nicht ausgesprochen werden müssen, um verstanden zu werden.
Was diesen Erzählband besonders auszeichnet, ist seine Zurückhaltung. Wo andere Werke des Genres auf Schrecken und Spektakel setzen, vertraut Krishnamurthy dem Unbehagen des Unsagbaren. Das Übernatürliche erklärt sich nicht - es ist einfach da, wie der Nebel, der vom Moor heraufzieht. Und gerade diese Stille zwischen den Welten macht die Lektüre so nachhaltig eindringlich.
Ein außergewöhnliches Debüt für alle, die Mythos, Atmosphäre und meisterhaftes Erzählen lieben.
Ananya Krishnamurthy ist eine Autorin, deren Werk sich an der Schnittstelle von Mythologie und zeitgenössischem Erzählen bewegt. Inspiriert von keltischen Legenden und irischen Folklore, erforscht sie in ihren Geschichten die flüchtigen Momente zwischen Realität und Zauber. Ihre Erzählweise verbindet lyrische Prosa mit atmosphärischer Dichte und schafft Räume, in denen das Übernatürliche lebendig wird. Krishnamurthy lebt zurückgezogen und widmet sich intensiv dem Schreiben sowie der Erforschung alter Traditionen und ihrer zeitlosen Bedeutung für heutige Leser.