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Die neuen feministischen Materialismen ergänzen den vorrangig diskurs- und sprachtheoretischen Fokus poststrukturalistischer und sozialkonstruktivistischer Feminismen um die Macht und Aktivität materieller Körper, Objekte und Gemengelagen mit dem Ziel, essentialistische Weltauffassungen und dualistische Denkmodelle produktiv zu irritieren. Elizabeth Grosz und Vicki Kirby erweitern den neomaterialistischen Fokus auf die Tätigkeiten von "Materie" um ideelle und semiotische Aspekte. In der Gesamtschau ihrer Werke präsentiert das Buch, wie sie dabei das in feministischen Theorien lange schon debattierte Verhältnis zwischen Körper und Sprache, Biologie und Diskurs sowie zwischen Identität und Geist neu gestalten und so auch wichtige Grundbegriffe und Voraussetzungen feministischer Theorien weiter entwickeln.
Anastassija Kostan, Dr. phil., ist Postdoc am Institut für Soziologie der Universität Linz.
Einleitung Teil I: Körper - Sprache 1. Körper: Der volatile Stoff gesellschaftlicher Macht - Elizabeth Grosz 1.1 Die Verkörperung soziokultureller Ordnungen 1.2 Vergesellschaftung durch körperlichen Schmerz 1.3 Wissen, Wahrheit und Objektivität als Leibgeschehen 1.4 Volatile Körper: Ein neues sozialtheoretisches Paradigma? 2. Sprache: Eine universelle Semiotik - Vicki Kirby 2.1 Ferdinand de Saussures Arbitrarität und Differentialität der Sprache 2.2 Materielle Bedeutung: Die différance Jacques Derridas 2.3 Die Universalität der Sprache: Eine grenzenlose (W)Holo-Graphie 2.4 Was verspricht ein universalisierter Sprachbegriff? Teil II: Biologie - Diskurs 3. Biologie: Die Ontologie und Ästhetik der Evolution - Elizabeth Grosz 3.1 Natürliche Selektion: Kreative Anpassung statt Kampf ums Dasein 3.2 Sexuelle Selektion: Die Ästhetik der biologischen Differenz 3.3 Evolution als Überschuss: Die exzessive Schöpfungskraft der Dauer 3.4 Grenzen und Potenziale einer -Darwinistischen Ontologie- 4. Diskurs: Die Macht der Biosemiotik - Vicki Kirby 4.1 Die Materialisierung diskursiv intelligibler Körper 4.2 Die verkörpernde Macht des Außen des Diskurses 4.3 Biosemiotik: Die Diskursivität der körperlichen Biologie 4.4 Was erfasst die diskursive Macht des biologischen Körpers? Teil III: Identität - Geist 5. Identität: Vom Humanexzeptionalismus zur kosmokratischen Ökologie - Vicki Kirby 5.1 Selbstbewusstsein und Selbsterkenntnis im quantenverwobenen Universum 5.2 Das Leben der Autoimmunisierung 5.3 (Identitäts-)Politik als ökologische Kosmokratie 5.4. Was leistet eine ökologische Identitätspolitik? 6. Geist: In/korporeale Rationalitäten - Elizabeth Grosz 6.1 Spinozas Substanz: In/korporeale Immanenz statt Geist-Materie Transzendenz 6.2 Prozesse der Individuation: Die Realität -am Rande des Kristalls- 6.3 Eine Ethologie des Affekts: Naturethisch handeln jenseits von Moral 6.4 Grosz' materialistischer Idealismus: Wie weit reicht das In/Korporeale? Schluss 7. Grosz' und Kirbys neue materialistische Feminismen Anhang Abbildungen Literatur Dank