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In den letzten zwei Buchrollen der Politik zeigt Aristoteles von Stageira (384 bis 322 vor Christus) am Beispiel einer zukünftig realisierbaren Bürgersiedlung, dass die Einheit der Polis und das Glück ihrer Angehörigen nicht miteinander konkurrieren müssen. Den Vollzug dieses Glücks beschreibt der Philosoph als die vor allem musisch erfüllte freie Zeitgestaltung, auf die eine moralisch bestimmte Musikerziehung vorbereiten soll.Die vorliegende Studie leistet folgenden Beitrag zur musikpädagogischen Antike-Forschung:- Vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Athen klärt der erste Teil über Aristoteles' Verständnis von Muße, Erziehung und Musikerziehung auf.- Der zweite Teil führt in die Konzeption von Politik VII/VIII ein, bevor der quellenkritische Hauptteil Aristoteles' Positionen zum "nützlich"-zeitgenössischen wie "unnütz"-tugendhaften Musikunterricht herausarbeitet.- Eine Zusammenfassung erörtert die Radikalität von Aristoteles' Lebensund Erziehungsentwurf im Vergleich zu entsprechenden Anschauungen bei Platon.- Der Epilog schlägt das Spannungsfeld von freier Zeitgestaltung, musikalischer Unterweisung und Arbeit als Thema für historisches Erzählen vor und problematisiert den musikdidaktischen Umgang mit Aristoteles.- Ein umfangreiches Glossar im Anhang erleichtert den Einstieg in die antike Quellenlage.
Andreas Höftmann, geb. 1977, Klavier-Jungstudent am Julius-Stern-Institut Berlin, Studium der Geschichte, Schulmusik und A-Kirchenmusik in Berlin, Halle / Saale, Göteborg und Piteå (Nordschweden). Kirchenmusikalische Tätigkeit und Referendariat in Berlin. Seit 2012 Studienrat in Filderstadt bei Stuttgart. 2013 Promotion an der Universität der Künste Berlin. Veröffentlichung mehrerer Unterrichtsmaterialien.