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Wiederentdeckung - Anna Gmeyners fulminanter Exilroman erstmals auf Deutsch!
Paris 1936: Das Café du Dôme in Paris ist Treffpunkt einer kleinen Gesellschaft von Exilanten, ein Panoptikum der Ideen und Schicksale, ein eigener Kosmos innerhalb der Weltstadt. Darunter ist auch die junge Nadia Schumacher, deren Mann Peter, ein kommunistischer Widerstandskämpfer, im KZ Dachau inhaftiert ist. Gemeinsam mit Peters Freund Martin bemüht sie sich um seine Freilassung. Zwischen Nadia und Martin bahnt sich indes eine leise Liebe an. Dann wird Peter überraschend aus der Haft entlassen und kommt nach Paris ...
'Café du Dôme' ist ein Exilroman par excellence, der durch seine literarischen und stilistischen Qualitäten überzeugt, daneben aber auch als zeithistorisches Dokument: Es ist die Darstellung einer 'verlorenen Generation' entwurzelter, in die Flucht vor dem Nationalsozialismus getriebener Intellektueller. Das Originalmanuskript des Buches, das ursprünglich im Amsterdamer Exilverlag Querido erscheinen sollte, fiel der zwangsweisen Schließung des Verlags durch die Nationalsozialisten zum Opfer, nur die 1941 publizierte englische Übersetzung blieb erhalten. Armin Strohmeyr hat den Text nun erstmals ins Deutsche übertragen.
'Das Buch leuchtet so sehr von wesenhafter Wahrheit, dass die reine Leidenschaft, in der seine Triebkraft besteht, den Leser auf einer Welle der Ergriffenheit davonträgt.' The New York Times Book Rewiev, 1941
Anna Gmeyner, geboren 1902 in ein großbürgerlich-liberales Elternhaus in Wien, ist als Kind entschlossen, Schriftstellerin zu werden. Als junge Frau zieht sie nach Berlin, da ihr Österreich in den 1920er-Jahren als Autorin und Dramatikerin zu wenig Arbeitsmöglichkeiten bietet. Gerade als man in Deutschland beginnt, ihre sozialkritischen, politisch brisanten und von Kritikern hochgelobten Stücke ('Automatenbuffet', 'Heer ohne Helden') aufzuführen, vereitelt Hitlers 'Machtergreifung' ihre weitere Karriere. Im Exil in Paris und London entstehen ein Deutschland- und ein Exilroman: 'Manja. Ein Roman um fünf Kinder' (1938) und 'Café du Dôme' (1941). Gmeyner lässt sich nach dem Krieg in England nieder und schreibt ihre weiteren Werke auf Englisch; sie stirbt 1991.