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Dein Vater ist tot - die Nachricht kommt per SMS. Charlotte ist, wie wir aus Nacktschnecken wissen, bei ihrer Mutter aufgewachsen, an den Vater erinnerte lediglich ein Hirschgeweih an der Wohnzimmerwand, und später nur mehr ein heller Fleck. Charlotte ist mittlerweile 28, lebt mit ihrer griechischen Freundin Despina in Utrecht. Jetzt muss sie nach Österreich zur Testamentseröffnung, wo sie sich mit vier Fremden einfindet, ihren Halbgeschwistern. Wer war der Mann, dessen Blut in ihnen allen fließt, der sich jedes Mal, wenn er Vater wurde, aus der Verantwortung stahl, um sich, ganz Jäger, bei der nächsten Frau anzupirschen, so zu Grundstücken kam und in Diskotheken investierte, bis er sich auf einer Alm zur Ruhe setzte? Und zu welchen Menschen sind seine Kinder geworden? Immerhin, so sind diese überzeugt, hat er ihnen ein stattliches Erbe hinterlassen. Der Notar eröffnet die Sitzung, und plötzlich geht die Tür auf ... In Vaters Trophäen gelingt es Annemarie Andre, wie schon in ihrem vielbeachteten Debüt Nacktschnecken, Schwerwiegendes mit entwaffnender Leichtigkeit zu erzählen. Diesmal knöpft sie sich vor, was uns alle auf die eine oder andere Weise betrifft: Erbe - ein fettes, ein schweres, blaue Augen oder eine Zornesfalte. Finaler Showdown inklusive!
Annemarie Andre wurde 1994 in Waidhofen an der Ybbs geboren und lebt und arbeitet heute in Wien und Amsterdam. Sie studierte Kunstgeschichte und absolvierte anschließend eine Ausbildung in Journalismus und neuen Medien in Wien. Ihre journalistischen Beiträge erschienen in den Tageszeitungen Der Standard und Die Presse sowie im Kunstmagazin Parnass. Literarische Veröffentlichungen von ihr finden sich unter anderem in die Rampe und etcetera. Für das Manuskript von Vaters Trophäen erhielt sie das Startstipendium für Literatur des BMKÖS sowie das Arbeitsstipendium für Literatur des Landes Niederösterreich. Im Jahr 2024 erschien ihr Romandebüt Nacktschnecken bei Müry Salzmann, das für die Hotlist 2025 nominiert war.