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Ich habe nie den genauen Augenblick benennen können, in dem das Schreiben begann, in mir zu leben. Ich vermute, es entsteht nicht erst dann, wenn wir lernen, Worte zu ordnen, sondern viel früher - wenn etwas in der Welt beginnt, uns mit einer Geduld zu rufen, die keinen Lärm kennt. Es waren immer die unscheinbaren Dinge, die meinen Blick festhielten: die Spur, die das Wasser auf einem alten Stein hinterlässt, die verwitterte Mauer eines Klosters, ein Pfad, den das Gras beinahe ausgelöscht hat, ein Name, der noch Jahrhunderte weiteratmet, nachdem er zum letzten Mal ausgesprochen wurde. Jahrelang glaubte ich, Geschichten zu verfolgen. Heute denke ich, dass ich nach dem suchte, was die Zeit nicht zu vertreiben vermag. Alles Sichtbare verändert sich. Könige werden ersetzt. Städte errichten neue Mauern. Karten korrigieren immer wieder ihre Grenzen. Und doch gibt es innere Bewegungen, die seit dem Ursprung unserer Erinnerung unverändert geblieben sind: der Wunsch, angenommen zu werden, die Angst vor Verlust, das Bedürfnis, einen Ort zu finden, an dem das Herz ruhen kann, ohne sich verteidigen zu müssen. Dort entsteht alles, was ich schreibe. Nicht im Lärm großer Ereignisse, sondern in jenem beinahe unsichtbaren Gebiet, in dem das Leben beschließt, sich zu verwandeln.