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Sie sind Pioniere und Verdammte. Eroberer von Raum und Zeit. Träumer des Absoluten. Sie verändern den Lauf der Geschichte und verzweifeln an sich selbst: Werner Heisenberg, dessen Gleichungen - im Wahn auf der Insel Helgoland entstanden -, zum Bau der Atombombe führen. Der Mathematiker Alexander Grothendieck, der es vorzieht, seine Formeln zu verbrennen, um die Menschheit vor ihrem zerstörerischen Potential zu schützen. Oder Fritz Haber, dessen physikalische Verfahren eine Hungerkrise vermeiden und zugleich das diabolischste Werkzeug der Nationalsozialisten hervorbringen werden ... In vier bizarren wie betörenden Geschichten erzählt Benjamín Labatut vom schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, von menschlicher Hybris und der zwiespältigen Kraft der Wissenschaft. Dieses Buch ist Teil der Reihe '75 Jahre Bibliothek Suhrkamp': Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit '30 Farben für Willy Fleckhaus' (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus' Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.
Benjamín Labatut, geboren 1980 in Rotterdam, wuchs in Den Haag, Buenos Aires und Lima auf. Er veröffentlichte zwei preisgekrönte Romane und Kurzgeschichten in Letras Libres. Das blinde Licht erschien in über 30 Ländern, stand auf der Shortlist des International Booker Prize, des National Book Award, auf der Summer Reading List von Barack Obama und war eines der 10 Best Books of 2021 laut New York Times Book Reviews. MANIAC ist Labatuts neuer Roman. Der Autor lebt mit seiner Familie in Santiago de Chile.
Thomas Brovot, 1958 geboren, lebt in Berlin und übersetzt Texte aus dem Englischen, Französischen, Spanischen und Portugiesischen, u. a. von Benjamín Labatut und Mario Vargas Llosa. Für sein Gesamtwerk wurde er mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet.
Olaf Nicolai (*1962) studierte Literatur- und Sprachwissenschaft und promovierte zur Poetik der 'Wiener Gruppe'. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er regelmäßig in internationalen Ausstellungen vertreten. Er arbeitet multimedial und disziplinübergreifend. Seine künstlerischen Arbeiten und Projekte wurden in zahlreichen internationalen Einzelausstellungen und Präsentationen gezeigt, u. a. im Musée du Louvre in Paris, im Centre Pompidou in Paris, in der Pinakothek der Moderne München, im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam und im Watari-Um Museum Tokyo. Er wurde zur documenta X und zur documenta 14 eingeladen. 2015 bespielte Olaf Nicolai im Rahmen des Deutschen Pavillons auf der 56. Biennale von Venedig das Dach des Pavillons mit der siebenmonatigen performativen Installation Giro. Mit der Arbeit 30 Farben, die u. a. in der Sammlung des MoMA in New York vertreten ist, entwickelte er ein Designtool, das er hier - auf Einladung des Suhrkamp Verlags - zur Anwendung bringt.
Preußischblau
Schwarzschilds Singularität
Das Herz im Herzen
Wenn wir aufhören, die Welt zu verstehen