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Aktueller, als einer Gesellschaft angenehm sein kann
Indem er Hitler und seine Schergen als Chicagoer Gangster auftreten lässt, zeichnet Brecht in seinem 'Arturo Ui' (1941) den Aufstieg der Nationalsozialisten zur Macht parabelhaft nach. Diese Verfremdung macht sichtbar, dass die Herrschaft der Nazis keine Laune des Schicksals war, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung - und sich Ähnliches deshalb jederzeit wiederholen kann. Bertolt Brechts (1898-1956) Episches Theater veränderte die Bühne grundlegend: Das Publikum sollte nicht nur unterhalten, sondern zum selbstständigen Nachdenken über Gesellschaft und Politik angeregt werden. Denn der Aufstieg des Arturo Ui ist aufhaltbar.
Bertolt Brecht (auch Bert Brecht, gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht), geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, gestorben am 14. August 1956 in Ost-Berlin, studierte ab 1917 Naturwissenschaften, Medizin und Literatur in München. Bereits während seines Studiums schrieb er fürs Theater. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur am Deutschen Theater in Berlin unter Max Reinhardt. 1933 flüchtete Brecht mit seiner Familie über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Brecht erarbeitete eine Theorie des epischen Theaters ('Glotzt nicht so romantisch!') und schrieb neben Dramen Gedichte und Prosa, darunter Beiträge für Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil zurück nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod 1956 als Autor und Regisseur tätig war.