Bertolt Brecht

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

18,7 cm / 12,5 cm / 1,7 cm ( B/H/T )
Buch (Hardcover), 128 Seiten
EAN 9783730617533
Veröffentlicht Januar 2027
Verlag/Hersteller Anaconda Verlag
€ 4,95 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Aktueller, als einer Gesellschaft angenehm sein kann
Indem er Hitler und seine Schergen als Chicagoer Gangster auftreten lässt, zeichnet Brecht in seinem 'Arturo Ui' (1941) den Aufstieg der Nationalsozialisten zur Macht parabelhaft nach. Diese Verfremdung macht sichtbar, dass die Herrschaft der Nazis keine Laune des Schicksals war, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung - und sich Ähnliches deshalb jederzeit wiederholen kann. Bertolt Brechts (1898-1956) Episches Theater veränderte die Bühne grundlegend: Das Publikum sollte nicht nur unterhalten, sondern zum selbstständigen Nachdenken über Gesellschaft und Politik angeregt werden. Denn der Aufstieg des Arturo Ui ist aufhaltbar.

- 'Ihr aber lernt, wie man sieht statt stiert.' Aus dem berühmten Epilog- Brechts satirische Parabel auf die NS-'Machtergreifung'. Übertragen in ein amerikanisches Gangstermilieu werden die Mechanismen von Propaganda, Gewalt und Opportunismus entlarvt- Brecht verbindet Gangstersprache mit klassischen Versformen und legt damit die Lächerlichkeit totalitärer Rhetorik offen- Das Stück zeigt, wie Demokratien durch Korruption, Angst und Machtgier ausgehöhlt werden können- Die Schauspieler-Szene, in der Ui das Auftreten lernt, gilt als eine der meistzitierten und meistanalysierten Szenen der Theaterwissenschaft- Brecht schrieb das Stück 1941 im finnischen Exil in nur drei Wochen nieder- Die Uraufführung erfolgte erst 1958, zwei Jahre nach Brechts Tod
Portrait

Bertolt Brecht (auch Bert Brecht, gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht), geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, gestorben am 14. August 1956 in Ost-Berlin, studierte ab 1917 Naturwissenschaften, Medizin und Literatur in München. Bereits während seines Studiums schrieb er fürs Theater. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur am Deutschen Theater in Berlin unter Max Reinhardt. 1933 flüchtete Brecht mit seiner Familie über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Brecht erarbeitete eine Theorie des epischen Theaters ('Glotzt nicht so romantisch!') und schrieb neben Dramen Gedichte und Prosa, darunter Beiträge für Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil zurück nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod 1956 als Autor und Regisseur tätig war.