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Die Omnipräsenz von KI problematisiert aktuell nicht nur das Wahrheitsversprechen technischer Medien, sondern auch ihre rechtliche Regulierung. Generative Modelle wie Midjourney, Stable Diffusion 3.5, Flux oder Lavida-O generieren neue Bildwelten, die eine Neubestimmung der Normen des Rechts dringlich machen. In der Rechtsgeschichte waren technische Bilder wie Fotografie und Film immer schon Aktanten in der Aushandlung von Copyright, Urheberrecht oder des Rechts am eigenen Bild. Wenn Richter VR-Brillen tragen und damit den Gerichtssaal virtualisieren, forensische Bildbeweise digital geführt oder Zukunftszenarien bei Klimaklagen mit Hilfe von Attributionsmodellen imaginiert werden, konstituieren operative Bilder juridische Infrastrukturen mit. Der neue Band der Bildwelten des Wissens untersucht an der Schnittstelle von Bildwissenschaft, Medientheorie und Rechtswissenschaft, in welche Rechtsformen technische Bilder eingelassen sind und wie - umgekehrt - neue Bildformen in digitalen Umgebungen Rechtsnormen unter Druck setzen. - Verknüpft aktuelle Debatten zu Copyright, Urheberrecht, Autorschaft und geistigem Eigentum mit der Mediengeschichte von Fotografie, Film und KI-Kunst - Interdisziplinäre und internationale Perspektiven aus Bild- und Medienwissenschaft, Rechtstheorie und der Comic-Illustration - Mit der Erstveröffentlichung eines Auszugs aus Cornelia Vismanns Schrift Verfassung nach dem Computer (2006/2007).
Katja Müller-Helle, Claudia Blümle, Humboldt University, Berlin; Tom Holert, Berlin.