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Wie überwinden Menschen unter traumatischen Umständen ihre Ängste? Wie wachsen sie an solchen Herausforderungen und am Ende über sich hinaus? Dieser Frage geht die Autorin und bekannte Fernsehkorrespondentin Birgit Virnich anhand der Geschichte einer ukrainischen Tierärztin nach. Valentyna Stepanenko harrt im Dorf Butscha tagelang unter Todesangst mit ihren Söhnen im feuchten Keller aus, während die russischen Soldaten Straßenzug um Straßenzug durchkämmen und immer näher rücken. Als die Vorräte zur Neige gehen, flieht die kleine Familie in letzter Minute. Kraftlos, entmutigt und traumatisiert versucht sie in Kiew trotz der ständigen Bedrohung so etwas wie Alltag für ihren jüngsten Sohn zu leben. Um aus dem lähmenden Gefühl der Ohnmacht zu entkommen, schließt sie sich schließlich den "Hexen von Butscha" an, einer freiwilligen, weiblichen Flugabwehrtruppe, die bei der Verteidigung des Kyjiwer Luftraums gegen russische Drohnen hilft. In diesem Buch wird deutlich, dass ukrainische Frauen Unfassbares leisten. Frauen wie Valentyna sind durch den Krieg zu Heldinnen geworden, die sich ihre Rolle nicht ausgesucht haben - und sie dennoch mit Mut und Würde ausfüllen. Ihre Geschichte macht deutlich, wie Menschen in Kriegs- und Krisensituationen über sich hinauswachsen, sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen, Verantwortung übernehmen, ihre Werteskala neujustieren und daran wachsen und resilient werden. Ein Buch über Verlust, Verantwortung, Resilienz und Widerstand, nah an den Menschen erzählt, mit klaren Bildern und ohne Pathos. Es geht um den Alltag im Krieg, die kleinen Gesten der Normalität und leisen Momente der Mitmenschlichkeit und um Durchhaltevermögen.
Birgit Virnich, geboren in Essen, ging in Südafrika zur Schule und studierte Journalismus, Film und Internationale Politik in Kanada, USA und Großbritannien. Sie arbeitete jahrzehntelang als Korrespondentin in London, Nairobi, Moskau und Kyjiw. Von 2014-2019 berichtete sie als Fernsehkorrespondentin für die ARD aus Moskau und bereiste das gesamte Berichtsgebiet, vor allem aber immer wieder die Ukraine. 2023 wurde sie als Fernsehkorrespondentin nach Kyjiw entsandt, wo sie das neugegründete ARD-Fernsehstudios mit aufbaute und über den russischen Angriffskrieg berichtet. Dabei hat sie in vielen Reportagen für den Weltspiegel, die Tagesthemen und Tagesschau den Alltag der Menschen und vor allem auch der Frauen in der Ukraine sichtbar gemacht. Die Situation von Frauen vor allem in Krisen und Kriegen ist eines der Hauptthemen ihrer journalistischen Arbeit der letzten 20 Jahre.