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Paris, ausgehendes 19. Jahrhundert: In den Salons der Belle Époque wird Champagner gereicht, werden Gemälde gehandelt und Geheimnisse geflüstert. Mittendrin: Erik Satie, der exzentrische Komponist mit dem grauen Samtanzug, der scheinbar teilnahmslos am Klavier sitzt - und doch alles beobachtet.
Björn Lindqvists Erzählband versammelt acht atmosphärische Kriminalgeschichten, die das glitzernde Paris der Jahrhundertwende von seiner schattigen Seite zeigen. Im Zentrum steht stets der historische Komponist Satie, der als unfreiwilliger Zeuge oder stiller Ermittler in rätselhafte Vorfälle hineingezogen wird: gestohlene Gemälde, verschwundene Personen, undurchsichtige Gesellschaften. An seiner Seite agiert der nüchterne Inspektor Méray, dessen geradlinige Ermittlermethoden immer wieder an Saties eigenwilliger Wahrnehmung und seiner lakonischen, scheinbar abwegigen Logik abprallen.
Was diesen Band besonders macht, ist die ungewöhnliche Stimmung, die Lindqvist meisterhaft einfängt: Seine Prosa atmet den Moschus erloschener Kerzen und kühlen Kaffees, sie klingt nach Gymnopédies und dem leisen Knarzen alter Dielen. Satie ist kein klassischer Detektiv - er löst keine Fälle im herkömmlichen Sinne. Er beobachtet, zögert, formuliert Feststellungen statt Fragen, und führt damit sowohl Méray als auch den Lesenden durch ein Labyrinth aus Andeutungen und überraschenden Erkenntnissen.
Wer Freude an historisch verwurzelter Kriminalliteratur hat, an Figuren mit echtem Tiefgang und an Prosa, die sich so liest wie Kammermusik klingt - zurückgenommen, präzise und von bleibender Wirkung -, wird in diesem Band eine außergewöhnliche Entdeckung machen. "Der Mann mit dem Samtmantel" ist kein lautes Buch. Es ist eines, das lange nachhallt.
Björn Lindqvist ist ein Autor, der sich der literarischen Erforschung historischer Untergrundkulturen verschrieben hat. Seine Arbeiten verbinden fiktive Narrative mit atmosphärisch verdichteten Rekonstruktionen fin-de-siècle-Europas. Lindqvist schöpft aus langjähriger Beschäftigung mit Kunstgeschichte, Musik und Kriminalgeschichte, um Geschichten zu schaffen, die zwischen Wahrheit und Fiktion oszillieren. Der Mann mit dem Samtmantel ist sein Debütwerk, eine Sammlung von acht Erzählungen, die in den Schatten des Belle-Époque-Paris angesiedelt sind und sich der rätselhaften Figur eines gewissen Satie widmen.