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»Ich habe große Pläne« - Brigitte Reimanns Jugend in Briefen Kaum hatte Brigitte Reimann alle frühen Tagebücher vernichtet, tat es ihr leid: Sie hatte ihre Kindheit und Jugend verbrannt! Zum Glück ist ein Teil dieser Zeit in Briefen festgehalten: Ihrer Freundin Veralore, deren Familie in den Westen ging, schreibt Reimann vom Hunger der ersten Nachkriegsjahre und von Dauerwellen, von Kinderlähmung und von »ihrem« Kolja, von zu kurzen Sommertagen und vom Hineinwachsen in einen neuen deutschen Staat, die DDR. 1953 bricht der Briefkontakt ab. Nach 20-jähriger Pause folgt 1972 ein trauriger Epilog: Brigitte Reimann schreibt einen letzten Brief. Sie ist unheilbar an Krebs erkrankt. Im unverblümten Gespräch mit der besten Freundin wechseln sich die Ansichten des Mädchens mit scharfen Beobachtungen ab, in denen die spätere Schriftstellerin schon durchscheint. Eine zuweilen urkomische Melange! »Ein kleines Ereignis, als Buch veröffentlicht - auf anrührende Weise frühreif und verspielt zugleich.« Der Spiegel
Brigitte Reimann, geboren 1933 in Burg bei Magdeburg, war seit ihrer ersten Buchveröffentlichung, »Die Frau am Pranger« (1956), freie Autorin. Ihr Roman »Die Geschwister« (1963) über die gerade vollzogene deutsche Teilung war eines der meistdiskutierten Bücher jener Zeit. Mit nur 39 Jahren starb die Autorin in Berlin-Buch an den Folgen einer Krebserkrankung. Ihre postum erschienenen Tagebücher »Ich bedaure nichts. Mein Weg zur Schriftstellerin« (Neuausgabe 2023) sorgten dank ihres unerbittlichen Blicks für Aufsehen. Ihr letztes Werk, »Franziska Linkerhand«, gilt als einer der bedeutendsten Romane der deutschen Nachkriegsliteratur. Derzeit wird die Vorreiterin der Emanzipation mit ihrem verblüffend modernen Werk international entdeckt und gefeiert. Die Schulfreundin Veralore Schwirtz (1932-2024), geborene Weich, bewahrte Reimanns Briefe lange Jahre auf und steuerte eine Nachbemerkung bei.