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Die Berufung nach Berlin in die Akademie der Wissenschaften war der konkrete Anlass von Carlo Deninas Reise nach Preußen, aus der die Brandenburgischen Briefe (1786-1788) hervorgingen. 1786 wurde der erste Band auf Italienisch publiziert. Die deutsche Übersetzung erschien im selben Jahr bei Mylius in Berlin. Sie stammte von August Rode und wurde von einem anonymen Berliner herausgegeben. Ein regelrechtes Rätsel umgibt die Existenz des zweiten Bandes, denn davon gibt es nur die deutsche Übersetzung von Rode (1788, Mylius, Berlin). Um das Rätsel zu klären, lohnt es sich, einen Blick auf den Übersetzer werfen, der Schwager von Mylius war, eine wichtige Stellung am Dessauer Hof innehatte und als ausgezeichneter Übersetzer hervorstach. War vielleicht die Verdeutschung der Brandenburgischen Briefe ein politischer Auftrag? Eine neue, kommentierte Ausgabe der Brandenburgischen Briefe ist nun vonnöten, weil die Briefsammlung ein hervorragendes Beispiel für den deutsch-italienischen Kulturtransfer im 18. Jahrhundert darstellt. In diesem Sinne versucht die von Chiara Conterno herausgegebene Edition, die Brandenburgischen Briefe sowohl aus einer literarischen als auch aus einer kulturellen und politischen Perspektive zu beleuchten.
Chiara Conterno, Universität Bologna, Italien; Giovanna Campobasso, Universität Bologna, Italien.