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Mike Farrel lebt vom Pokern. Er weiß, wann man erhöht, wann man aussteigt - und vor allem, wie man sich nichts anmerken lässt. Genau diese Begabung macht ihn für Baby Mannering interessant. Baby ist schön, kühl und mit jener besonderen Überzeugungskraft ausgestattet, die einen vernünftigen Mann dazu bringen kann, seine Vernunft für eine Weile beiseitezulegen. Ihr Angebot klingt entsprechend unwiderstehlich: eine Million Dollar. Farrel muss dafür lediglich in die Rolle des Gangsterbosses Edmund Davis schlüpfen und einem Vertreter des Syndikats ein brisantes Dossier verkaufen. Ein Bluff, ein Koffer voller Geld - anschließend verschwinden Mike und Baby und beginnen irgendwo ein neues Leben. So jedenfalls lautet der Plan. Dann jedoch... wird Davis ermordet. Und schlagartig ist Farrel nicht mehr der Mann mit dem guten Blatt, sondern der ideale Verdächtige. Die Million ist verschwunden, das Syndikat verlangt sein Eigentum zurück, und Baby kennt auf erstaunlich viele Fragen bereits die passenden Antworten. Während Farrel versucht herauszufinden, wer ihn aus dem Spiel nehmen will, muss er erkennen, dass an diesem Tisch längst um einen sehr viel höheren Einsatz gespielt wird als um Geld. Denn Baby Mannering hat ihm eines verschwiegen: Sie spielt keineswegs mit ihm. Sie spielt mit allen.... DIE LADY MIT DEM POKERFACE gehört zu jenen Romanen von Carter Brown (* 1. August 1923 in London, England unter dem Namen Alan Geoffrey Yates; + 5. Mai 1985 in Sydney, Australien), deren Leichtigkeit trügerisch ist. Hinter dem lakonischen Witz und der beiläufigen Eleganz seiner Prosa liegt eine Welt, in der Moral vor allem eine Frage des Standpunkts bleibt und Vertrauen zu den kostspieligsten menschlichen Schwächen zählt. Brown betrachtet dieses Milieu mit kühler Ironie - und mit jener sympathielosen Zärtlichkeit für seine Figuren, die seinen besten Geschichten ihren eigentümlichen Reiz verleiht. Der Roman wurde erstmals im Jahr 1961 veröffentlicht; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 1966 (unter dem Titel MILLIONEN-BABY). Diese Ausgabe folgt dem Ziel der Signum-Werkausgabe, Carter Browns Werk in sorgfältig edierter Form neu zugänglich zu machen - als das, was es ist: ein präzises literarisches Protokoll der verborgenen Gewalt unter der Oberfläche der modernen Gesellschaft.
(* 1. August 1923 in London, England unter dem Namen Alan Geoffrey Yates; + 5. Mai 1985 in Sydney, Australien) war ein Autor von Kriminal- und Thriller-Romanen.