Chicago - Weltstadt in Flegeljahren -

Chicago - Weltstadt in Flegeljahren

Laufzeit ca. 1 Stunden und 5 Minuten. TV-Norm: HDTV 1080p. Sprachversion: Deutsch DTS-HD 2.0. 17,2 cm / 13,7 cm / 1,5 cm ( B/H/T )
Video (Blu-ray)
EAN 9783848885145
Verlag/Hersteller absolut MEDIEN
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Beschreibung

CHICAGO - WELTSTADT IN FLEGELJAHREN (1931) steht in der Tradition so berühmter Städtefilme wie Alberto Cavalcantis Paris-Film "Rien que les heures" (1926), Walter Ruttmanns "Berlin, die Sinfonie der Großstadt" (1927) oder Michail Kaufmans "Moskau" (1927). Im Spannungsfeld zwischen Avantgarde und Kulturfilm behauptet sich Hausers Porträt von Chicago als eigenständiges Werk; es ist keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, weder touristischer Werbefilm noch dozierender Kulturfilm, sondern vielmehr eine persönliche, sachliche und nüchterne Beschreibung der zweitgrößten amerikanischen Stadt. Filmstadt Chicago: ein vergessenes Meisterwerk des internationalen Dokumentarfi lms Der Deutsche Heinrich Hauser, 1901 laut Geburtsschein in Preußen geboren, drehte in Chicago lange, bevor es Hollywood tat. Sein Film kommt ohne Stars aus: keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, kein touristischer Reisefilm, keine gestellten Aufnahmen, schon gar nicht einer der gängigen Kulturfilme. Die Stadt selbst und die Menschen, die sie bevölkern, stehen im Zentrum. Hauser war der Neuen Sachlichkeit verpflichtet - und sich selbst. Ein Leben - spannend wie ein Film Heinrich Hauser war vielleicht der letzte große Selfmademan, den Deutschland hervorgebracht hat. Er war einer, der über den Tellerrand der deutschen Provinz hinaussah. Er war Schriftsteller, sein Roman BRACKWASSER wurde 1928 mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet und nach seinem Tod verfi lmt, Journalist, für vier Monate Chefredakteur des STERN, Feuilletonist, er schrieb Science Fiction, war Fotograf, Filmemacher zu einer Zeit, als der Begriff nicht sehr gebräuchlich war. Literarisch und politisch schwer einzuordnen, erneuerte er die deutsche Sprache und spaltete die Geister. Er musste nicht fabulieren, um zu seinen Stoffen zu kommen. Seine Stoffe kamen zu ihm. Er nahm sie aus dem Erlebten, aus dem Gesehenen. Schließlich war er mit seinen wachen Augen viel unterwegs in Deutschland und der Welt: Matrose in Kiel, Wachmann in Hamburg, Freikorpssoldat in Weimar, Bergmann in Duisburg, er war beim Zirkus und ständig auf der Flucht vor dem bürgerlichen Leben, ein Weltreisender, Schafscherer, Koch und Schwimmlehrer in Sydney, Polizist auf den Philippinen, Autoschlosser in Chile, Student, Schmuggler, See- und fünffacher Ehemann, Technikexperte, Automobil- und Flugnarr, Pilot und Testfahrer, Emigrant und Remigrant, Farmer in den USA, hyperaktiv, ein Rastloser, ein von seinen Visionen Getriebener, vielleicht fand nicht einmal sein Leben im März 1955 ein natürliches Ende: ein Abenteurer durch und durch wie sonst nur Jack London. Hausers Leben ist spannend wie ein Film. Hausers Leben ist ein Film. Und darum sind auch die wenigen Filme, die er gemacht hat, spannend und lohnen die Wiederentdeckung. Wie der Arbeiter wohnt Hauser porträtiert Chicago, die zweitgrößte amerikanische Stadt, wie nur einer wie er sehr sie sehen kann: sehr persönlich, sachlich und nüchtern, ohne Schnörkel und doch mit einem großen Verständnis für das Environment, die Architektur, die Fabriken, die Schlachthöfe und vor allem die soziale Situation der Menschen. Zu keiner Zeit versucht er das städtische Geschehen seinen eigenen Prinzipien unterzuordnen. Eher lässt er sich mitnehmen von dem, was ihm ins Auge fällt. So entstand ein bedeutendes, zu Unrecht in Vergessenheit geratenes und erst nach vielen Jahrzehnten wiederentdecktes Filmwerk. Heinrich Hausers Film im Spiegel der zeitgenössischen Kritik Die Resonanz auch unter namhaften Kritikern war seinerzeit sehr positiv. Rezensenten mehrerer Branchenblätter und Zeitungen äußerten sich anerkennend: Film-Kurier, LichtBildBühne, Reichsfilmblatt, Vossische Zeitung, Berliner Börsen-Courier, Börsen-Zeitung, Vorwärts. Was uns heute an Stilmitteln so vertraut erscheint, war damals eine Pioniertat: Hausers erschütternde Bilder von den Armen und Ärmsten, von den Erwerbslosen und Arbeitssuchenden seien unversehens weniger ein Bild Chicagos als ein Bild unserer Zeit. Hauser zeige als Kontrast gegen die weißstrahlenden Märchenfassaden die Abfallhaufen, schrieb der renommierte Kunstpädagoge Rudolf Arnheim: zerbrochene Menschen, herumlungernde Arbeitslose, zerfallende Autoleichen. Er zeigt den Menschen als Teil der Maschine, er zeigt, wie riesige Maschinenteile am laufenden Band über einen leeren Hof schweben, ohne dass steuernde Hände zu erblicken wären, und fragt: "Wo ist der Mensch?" Hausers Film ist nicht sanft und nicht unverbindlich, sondern klar und unbestechlich in der Stellungnahme. Hauser und sein Chicago: "fremdartig wie ein anderer Stern" Hauser kann die dunklen Seiten nicht verschweigen, er will es auch nicht - und doch liebt er Chicago und Errungenschaften der Metropole, denn: "Dies ist die schönste Stadt der Welt: ein technischer Traum in Aluminium, Glas, Stahl, Zement und künstlichen Sonnen, fremdartig wie ein anderer Stern." [H. Hauser, Feldwege nach Chicago] Sein Film ist eine der Stadt und den Menschen, die in ihr leben, gewidmete Großstadt-Symphonie, mit zeitgemäßem Soundtrack neu arrangiert und als universelles Zeitdokument wiederentdeckt für eine neue Generation.

Portrait

Ein Leben - spannend wie ein Film Heinrich Hauser war vielleicht der letzte große Selfmademan, den Deutschland hervorgebracht hat. Er war einer, der über den Tellerrand der deutschen Provinz hinaussah. Er war Schriftsteller, sein Roman BRACKWASSER wurde 1928 mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet und nach seinem Tod verfi lmt, Journalist, für vier Monate Chefredakteur des STERN, Feuilletonist, er schrieb Science Fiction, war Fotograf, Filmemacher zu einer Zeit, als der Begriff nicht sehr gebräuchlich war. Literarisch und politisch schwer einzuordnen, erneuerte er die deutsche Sprache und spaltete die Geister. Er musste nicht fabulieren, um zu seinen Stoffen zu kommen. Seine Stoffe kamen zu ihm. Er nahm sie aus dem Erlebten, aus dem Gesehenen. Schließlich war er mit seinen wachen Augen viel unterwegs in Deutschland und der Welt: Matrose in Kiel, Wachmann in Hamburg, Freikorpssoldat in Weimar, Bergmann in Duisburg, er war beim Zirkus und ständig auf der Flucht vor dem bürgerlichen Leben, ein Weltreisender, Schafscherer, Koch und Schwimmlehrer in Sydney, Polizist auf den Philippinen, Autoschlosser in Chile, Student, Schmuggler, See- und fünffacher Ehemann, Technikexperte, Automobil- und Flugnarr, Pilot und Testfahrer, Emigrant und Remigrant, Farmer in den USA, hyperaktiv, ein Rastloser, ein von seinen Visionen Getriebener, vielleicht fand nicht einmal sein Leben im März 1955 ein natürliches Ende: ein Abenteurer durch und durch wie sonst nur Jack London. Hausers Leben ist spannend wie ein Film. Hausers Leben ist ein Film. Und darum sind auch die wenigen Filme, die er gemacht hat, spannend und lohnen die Wiederentdeckung.

Inhaltsverzeichnis

Kapitelsetzung

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