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Hinter der malerischen Landschaft Extremaduras, wo jahrhundertealte Eichen über rote Lehmwege ragen und schwarze Schweine gemächlich durch die Dehesa streifen, verbirgt sich eine Welt aus Täuschung, Gier und systematischem Betrug. Consuelo Barragán enthüllt in ihrem Kurzgeschichtenband sieben präzise konstruierte Wirtschaftskrimis, die das schillernde Image des spanischen Jamón ibérico de bellota gegen das Licht halten - und darin die Risse zeigen.
Im Mittelpunkt steht Valentina Orozco, eine Lebensmittelkontrolleurin mit dem unbestechlichen Blick einer Frau, die Zahlen nie anlügen lässt. Mit Klemmbrett, Kompass und einer Hartnäckigkeit, die höflichem Widerstand standhält, deckt sie in der Titelgeschichte auf, was hinter Gütesiegeln und Zertifikaten verborgen bleibt: manipulierte Tierregistrierungen, gefälschte Flächenangaben, fehlende Datenbankeinträge. Der Gegner ist kein plumper Schurke, sondern ein System aus freundlichen Lächeln, frisch gemahlenem Kaffee und eingeübter Gastfreundschaft - das ist das Beunruhigendste an Barragáns Welt.
Die sechs weiteren Erzählungen erweitern das Panorama des Lebensmittelbetrugs auf andere Produkte und Akteure der Region: korrupte Lieferketten, manipulierte Herkunftsnachweise, stille Absprachen zwischen Behörden und Produzenten. Barragán schreibt mit dokumentarischer Kälte und psychologischer Schärfe - ihre Figuren sind keine Karikaturen, sondern Menschen unter ökonomischem Druck, deren moralische Erosion erschreckend nachvollziehbar wirkt.
Was diesen Band aus der Masse der Regionalkrimis heraushebt, ist sein konsequenter Blick auf die strukturellen Mechanismen hinter dem Betrug. Hier geht es nicht um Mord und Leidenschaft, sondern um Bilanzen, Richtlinien und die stille Macht derjenigen, die Formulare ausfüllen. Wer nach der Lektüre noch ahnungslos den nächsten Schinken kauft, ist selbst schuld.
Consuelo Barragán arbeitete lange Jahre als Rechercheurin in der Lebensmittelindustrie, bevor sie ihre Erfahrungen in Krimigeschichten umwandelte. Ihr Gespür für versteckte Machenschaften und korrupte Strukturen prägt ihre Erzählweise. Mit "Schwarzes Gold aus Extremadura" gewährt sie Einblicke in die undurchsichtigen Geschäfte hinter idyllischen Fassaden. Barragáns Schreibstil vereint dokumentarische Präzision mit spannungsgeladener Narration. Sie lebt zurückgezogen und konzentriert sich auf ihre schriftstellerische Arbeit sowie die Aufdeckung wirtschaftlicher Machenschaften durch ihre Krimis.