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Saschko Gawriloffs Karriere in Berlin begann 1945 unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als sechzehnjähriger Solist, 1947 trat er die Stelle als Erster Konzertmeister der Dresdner Philharmonie an, wechselte im Folgejahr zu den Berliner Philharmonikern und 1949 zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Er spielte in Spitzenorchestern in Frankfurt am Main, Hamburg und Köln, war als Solist und Kammermusiker gefragt. Sein musikalischer Weg, auf dem er zahlreiche bedeutende Musikstücke zum ersten Mal auf die Bühne brachte, führte ihn durch eine Zeit politischer und sozialer Umbrüche. Oft war er dabei, wenn Musik zur Öffnung vormals geschlossener Gesellschaften beitrug, in der DDR und der Bundesrepublik ebenso wie in Japan und Südkorea. In diesem Porträt verbindet Dietrich Pätzold einfühlsam und materialreich, zuweilen auch anekdotisch, die vielen Facetten eines herausragenden Musikers. Dessen Lebensgeschichte umspannt dabei eine Zeit gesellschaftlicher und kultureller Umbrüche und macht diese Biografie so doppelt lesenswert.
Dietrich Pätzold lebt als Journalist in Mecklenburg-Vorpommern. Geboren 1955 in Merseburg, Sachsen-Anhalt, studierte er in Rostock ab 1976 Germanistik und Anglistik, ab 1980 Literaturtheorie und wechselte 1984 als Kulturredakteur zur »Ostsee-Zeitung«. Er schrieb über Theater, Literatur, Kunst und Musik. Die Biografie über Saschko Gawriloff entstand nach mehr als 20 persönlichen Gesprächen in Rostock-Warnemünde, wo sich Gawriloff Ende der Neunzigerjahre niedergelassen hatte.
Einleitung: Immer wieder im Aufbruch S. 7 1929. Geboren als Kind zweier Welten S. 11 Die verbindende Kraft der Donau S. 11 Namen, Religionen und erste Geigentöne S. 15 1931-1941. Lehrjahre in BulgarienS. 21 Kleinstadtidylle und strenge Ausbildung S. 21 Heimat Lom: Atmosphäre eines Aufschwungs S. 25 Balkan-Exkurs 1: Bulgariens »Wiedergeburt« S. 33 Kein Lampenfieber: Debüts in Lom und Sofia S. 43 1941-1945. Neue Heimat: Deutschland im Krieg S. 56 Umzug von Lom nach Leipzig S. 56 »Soldatisch-musische Erziehung« S. 63 Der erste Musikwettbewerb S. 67 Ausgebombt: Der Krieg kommt nach Hause S. 69 Balkan-Exkurs 2: Bulgaren im Krieg S. 74 Ende des »Dritten Reiches«: Üben heißt hoffen S. 75 1945-1953. Alles offen: Ostdeutschland und Westberlin S. 83 Schmale Pfade zwischen Trümmerbergen S. 83 Studieren: Havemann, Oistrach, Kovacs S. 89 Schatten der Vergangenheit: Havemann S. 99 Konzertmeister: Dresden, Berlin und England S. 110 Beim Berliner Rundfunk zum DDR-Star S. 125 Das musste sein: Abschied von Ostdeutschland S. 133 Intermezzo: Jetzt spricht Ehefrau Renate S. 143 1953-1966. Kühne Sprünge oder: Im Westen viel Neues S. 153 Von vorn beginnen in Frankfurt am Main S. 153 Soloträume: Kein Pass, wenig Geld, viel Risiko S. 159 Notlandung und Neustart in Nürnberg S. 166 Durchbruch in Genua: Paganini-Preis 1959 S. 168 Konzertmeister beim NDR 1961-1966 S. 177 1966-1996. Wege zum Weltruhm S. 187 Detmold, Essen, Köln, Berlin S. 188 Köln: »Musikmafia« S. 192 Exkurs: »Neue Musik« mit Wildkaninchen S. 195 Kammermusik S. 203 Der Komponistenfreund: György Ligeti S. 209 »Music from another planet«: Ligetis Konzert S. 217 Meisterschaft verpflichtet: Tokio, Korea, überall S. 227 Der Klang eines Lebens: Kreise schließen sich S. 241 Der Virtuose als Lehrer S. 244 Der Geiger und seine Violinen S. 250 »Der Altmeister heizte kräftig ein« S. 266 Anmerkungen S. 271 Literatur S. 277 Abbildungsnachweise S. 283 Über den Autor S. 285