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Nach einem abgebrochenen Kunstgeschichtsstudium landet Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow 1993 in Hamburg und sieht im Hamburger Kunstverein zum ersten Mal das, was man damals wie heute als "Gegenwartskunst" bezeichnete und aus Freiburg nicht kannte. Die Ausstellung hieß "Backstage" - "den kannte ich bisher nur aus Punkclubs" - und war als ein Schielen hinter die Kulissen und gleichzeitig als Überblick über "Institutionskritik" und "Kontextkunst" gedacht. Viele der gezeigten Positionen korrespondierten mit der gerade begonnenen Praxis von Tocotronic. Fünf Jahre später traf er in Köln Isabelle Graw, Autorin und Herausgeberin von Texte zur Kunst, und wird nach einem Bar-Abend als Kunstkritiker für die Zeitschrift engagiert. Der Essay-Band versammelt (fast) alle Beiträge, die Dirk von Lowtzow in den Jahren 1999-2019 für Texte zur Kunst und für Kataloge verfasst hat: beginnend mit einem Ausstellungsbesuch bei Sigmar Polke in der Hamburger Kunsthalle und endend mit unbeantwortet gebliebenen Fragen an die Schriftstellerin Leïla Slimani. Hinzu kommt ein selten gespieltes Minidrama.
Dirk von Lowtzow (geb. 1971) gründete 1993 in Hamburg gemeinsam mit Arne Zank und Jan Müller die Band Tocotronic. Seit 1995 erschienen 14 Tocotronic-Alben, zuletzt »Golden Years«, von 1999 bis 2014 zudem fünf Alben vom experimentellen Duo Phantom / Ghost gemeinsam mit Thies Mynther. Seit 1999 ist Dirk von Lowtzow als Kunstkritiker tätig. 2015 realisierte er gemeinsam mit René Pollesch die Oper »Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte« an der Volksbühne Berlin. Er komponiert Theater- und Filmmusiken und wirkt bei Hörspiel- und Hörbuchproduktionen mit. Dirk von Lowtzow hat zuletzt zwei Bücher veröffentlicht, die alphabetisierte Biografie "Aus dem Dachsbau" (2019) und den Tagebuchroman "Ich tauche auf" (2023). 2022 erhielt er den Wiesbadener Literaturpreis.