Radikale Demokratie und die Macht des Affektiven - Dominik Herold

Dominik Herold

Radikale Demokratie und die Macht des Affektiven

eBook Ausgabe
eBook (pdf), 380 Seiten
EAN 9783593463834
Veröffentlicht Februar 2026
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Beschreibung

Autoritäre und faschistische Kräfte bedrohen die Demokratie weltweit. Sie greifen auf herrschaftsförmige Affektpolitiken zurück, um Emotionen oder Gefühle strukturell für ihre Zwecke zu bewirtschaften. Die Demokratie steht so vor einer doppelten Aufgabe: Sie muss sich dieser reaktionären Angriffe erwehren und zugleich selbst affektive Identifikationen befördern. Mit Rückgriff auf die Theorien von Claude Lefort, Cornelius Castoriadis, Jacques Rancière, Chantal Mouffe und Judith Butler zeigt Dominik Herold in seiner Studie erstmals systematisch auf, inwiefern Demokratie und Affektivität inhärent miteinander verzahnt und dauerhaft aufeinander angewiesen sind. Sein Vorschlag einer affektiven Demokratie verdeutlicht, dass das Affektive Medium von Herrschaft und Unterwerfung ist, aber immer auch zum Operator von Emanzipation und Transformation werden kann. Der Kampf um Demokratie lässt sich dann als ein Kampf verstehen, der mit Affekten um Affekte geführt wird - Demokratie als Lebensform affektiver Körper.
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Portrait

Dr. Dominik Herold ist Sozialphilosoph. Er arbeitet zu Fragen von affektiver Gewalt, transindividuellem Widerstand und (radikal-)demokratischen Körperpolitiken.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt Einleitung: Die Welt ist aus den Fugen ... ................................11 1 Radikale Demokratietheorien .......................................21 1.1 Vertreter:innen radikaldemokratischer Ansätze ...................24 1.2 Bausteine radikaler Demokratietheorien .........................29 1.2.1 Unbegründbar: Kontingenz und Grundlosigkeit .............30 1.2.2 Unversöhnbar: Konflikt und Streit .........................38 1.2.3 Unerreichbar: Unabgeschlossenheit und Unbestimmtheit ....47 1.2.4 Unberechenbar: das Politische und die Politik ...............58 1.2.5 Das radikaldemokratische Feld von Lefort bis Butler .........73 2 Das Affektive in der radikalen Demokratietheorie .....................81 2.1 Ein kurzer Blick in die Begriffsgeschichte .........................83 2.2 Fleischliche Demokratie - Claude Lefort ..........................94 2.2.1 Leforts Institution der Gesellschaft als >triade affective< ......96 2.2.2 Der Übergang von la société sans corps zu la société de chair .99 2.2.3 Merleau-Ponty und la chair ................................102 2.2.4 Das Fleisch des Sozialen als tissu démocratique .............108 2.2.5 Fleisch und Andersheit ....................................113 2.3 Imaginäre Demokratie - Cornelius Castoriadis ...................119 2.3.1 Das Imaginäre und die Affekte .............................121 2.3.2 Besetzung und Identifikation ..............................124 2.3.3 Stimmung und Zeiterleben ................................130 2.3.4 Magma von Affekten ......................................132 2.3.5 Autonomie als radikaldemokratische Beziehungsweise .......136 2.4 Ästhetische Demokratie - Jacques Rancière .......................144 2.4.1 Le partage du sensible als affektives Register ................145 2.4.2 Die Kartografie der Möglichkeiten .........................150 2.4.3 Die ästhetische Dimension der Emanzipation ...............153 2.4.4 Langeweile als Modus der affektiven Öffnung ...............160 2.4.5 La haine de la démocratie .................................165 2.5 Leidenschaftliche Demokratie - Chantal Mouffe ..................170 2.5.1 Das Affektive als Leidenschaft .............................172 2.5.2 Identifikation, Bindung, Praxis ............................175 2.5.3 Neoliberaler Konsens und rechte Versuchungen .............186 2.5.4 A new common sense: künstlerische Interventionen .........189 2.5.5 Politik der Hoffnung ......................................192 2.6 Sinnliche Demokratie - Judith Butler ............................196 2.6.1 The desire for recognition .................................197 2.6.2 Empfänglichkeit und Verantwortung nach Levinas ..........204 2.6.3 Eine Ethik der politischen Vulnerabilität ....................207 2.6.4 Betrauerbarkeit als Affektregulation ........................212 2.6.5 Bodies reloaded: Erscheinen als Akt gemeinsamen Handelns .216 2.7 Affektives Erbe: Pluralität und Welt(er)schließung .................224 2.7.1 Die Pluralität affektiven Lebens ............................225 2.7.2 Welt und Welt(er)schließung ..............................229 3 Affektive Demokratie ...............................................239 3.1 Die Scham des transclasse ......................................242 3.1.1 Wofür wir uns schämen ...................................244 3.1.2 Existentielle Scham als Klassenpolitik ......................256 3.1.3 Schamhafte Interventionen: demokratische Scham ..........261 3.2 Die Wut der Unterdrückten: Black Rage ..........................270 3.2.1 Was uns wütend macht ...................................273 3.2.2 Wut als Reproduktion von Gewaltverhältnissen ..............275 3.2.3 Jenseits der Gewalt: demokratische Wut ....................290 3.3 Zwischen Herrschaft und Widerstand: die Ambivalenz des Affektiven .....................................................297 3.4 Was wir einander schulden: Körper, Welt und Lebensform .........302 3.4.

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