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Fairer Handel informiert über wirtschaftliche Beziehungen zwischen -Globalem Süden- und -Globalem Norden- und verfestigt damit eine globale Spaltung. In Bildungsmaterialien der kirchlichen Entwicklungsarbeit werden Produzentinnen fair gehandelter Erzeugnisse als Opfer patriarchaler Kulturen repräsentiert und mit dem Maßstab mutmaßlich emanzipierter Frauen aus dem Globalen Norden verglichen. Doris Günther-Kriegel markiert die daraus abgeleitete Rückständigkeit des Globalen Südens als eine intersektionale Kategorisierung, die sie mit dem Neologismus -Viktigenisierung- hervorhebt. Diese religionswissenschaftliche Kritik eröffnet eine geschlechtssensible Perspektive auf die global wirksamen Verflechtungen von Entwicklung und Religion.
Doris Günther-Kriegel (Dr. theol.), geb. 1983, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind intersektionale Identitätskonstruktionen in Entwicklungsdiskursen und globale Verflechtungen in ostafrikanischen Religions-, Theologie- und Missionsgeschichten.