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Beethovens "Eroica", eine der bedeutendsten Sinfonien der Musikgeschichte, ist voller Rätsel. Man weiß weder, wann genau sie entstand, noch, wann und wo sie zuerst aufgeführt wurde. Was meinte Beethoven mit dem heute so selbstverständlich hingenommenen Titel "Sinfonia eroica", und was versteckt sich hinter dem seltsamen Untertitel "composta per festeggiare il sovvenire di un grand Uomo"? Was hat es mit der Wahl der musikalischen Themen auf sich und deren Bezug zu anderen Kompositionen, auch anderen Komponisten?
Im allgemeinen Bewusstsein ist vor allem ein Name mit der "Eroica" verknüpft: Napoléon Bonaparte. Doch diese Verbindung hat in Wirklichkeit kein sicheres Fundament. Und wie stand es um andere Personen, etwa Fürst Lobkowitz, dem die "Eroica" offiziell gewidmet ist? Mysteriös-ungewiss ist auch der Bezug der "Eroica" zum Prometheus-Mythos, den die herrschende Meinung für ebenso erwiesen hält wie jenen zu Bonaparte.
In einer spannenden Beweisführung deckt Egon Voss die vielfältigen Widersprüche auf, die sich bei strikter Konzentration auf die überlieferten historischen Dokumente ergeben. So kommt einerseits viel Licht ins Dunkel der Geschichte um die "Eroica", andererseits aber erscheint vieles noch rätselhafter, als bisher wahrgenommen.
Egon Voss war Editionsleiter der Richard Wagner-Gesamtausgabe, ist Mitglied des Beirats der Edition "Richard Wagner. Sämtliche Briefe" und der Zeitschrift "wagnerspectrum". Er ist Herausgeber von Beethoven- Ausgaben und Autor der Biographie "Richard Wagner" (1982) sowie diverser Veröffentlichungen über Beethoven - unter anderem in den Publikationen des Beethovenhauses Bonn.