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Es war einmal, weit weg in Japan, da saß ein armer junger Künstler allein inseinem kleinen Haus und wartete auf sein Abendessen. Seine Haushälterinwar zum Markt gegangen, und er seufzte und dachte an all die Dinge, die sieihm wohl mitbringen würde. Er erwartete jeden Moment, dass sie herbeieilen,sich verbeugen und ihren kleinen Korb öffnen würde, um ihm zu zeigen, wieklug sie mit ihren wenigen Pfennigen umgegangen war. Er hörte ihre Schritteund sprang auf. Er war sehr hungrig!Doch die Haushälterin zögerte an der Tür, und der Korb blieb geschlossen."Kommt her!", rief er, "was ist in dem Korb?" Die Haushälterin zitterte undhielt den Korb fest in beiden Händen. "Mir scheint, Herr", sagte sie, "wir sindhier sehr einsam." Ihr faltiges Gesicht wirkte demütig und eigensinnig."Einsam!", sagte der Künstler. "Das sollte ich mir denken! Wie können wirGäste empfangen, wenn wir ihnen nichts zu bieten haben? Es ist so lange her,dass ich Reiskuchen gegessen habe, dass ich vergessen habe, wie sieschmecken!" Und er seufzte erneut, denn er liebte Reiskuchen, Teigtaschenund kleine Kuchen mit süßer Bohnenpaste. Er liebte Tee, serviert in feinenPorzellantassen, in Gesellschaft eines Freundes, auf flachen Kissen sitzend,vielleicht plaudernd über einen Pfirsichblütenzweig, der wie eine kleinePrinzessin in einer Nische stand.Doch Wochen und Wochen waren vergangen, seit jemand auch nur daskleinste Bild gekauft hatte. Der arme Künstler war schon froh, ab und zu Reisund einen einfachen Fisch zu bekommen. Wenn er nicht bald ein weiteresBild verkaufte, würde er nicht einmal das haben.Sein Blick wanderte zurück zum Korb. Vielleicht hatte die alte Frau esgeschafft, ein oder zwei Rüben aufzusammeln, oder gar einen Pfirsich, der zureif war, um lange zu feilschen."Herr", sagte die Haushälterin, als sie seinen Blick bemerkte, "mir kam es oftso vor, als würden mich Ratten wachhalten."Da lachte der Künstler laut auf."Ratten?", wiederholte er. "Ratten? Meine liebe Alte, in so einem armseligenHaus wie diesem, wo nicht einmal ein Krümel auf die Fußmatten fällt,kommen keine Ratten." Dann blickte er die Haushälterin an, und einschrecklicher Verdacht beschlich ihn."Ihr habt uns nichts zu essen gebracht!", sagte er."Das stimmt, Herr", sagte die Alte traurig."Ihr habt uns eine Katze gebracht!", sagte der Künstler."Mein Herr weiß alles!", erwiderte die Haushälterin und verbeugte sich tief.Da sprang der Künstler auf, schritt im Zimmer auf und ab, raufte sich dieHaare, und es schien ihm, als würde er vor Hunger und Wut sterben."Eine Katze? Eine Katze?", rief er. "Bist du wahnsinnig geworden? Wir hungernhier, und du musst uns einen Kobold mitbringen, einen Kobold, der unserWeniges mit uns teilt und vielleicht nachts unser Blut saugt! Ja! Es wird schönsein, im Dunkeln aufzuwachen und Zähne an der Kehle zu spüren und inAugen so groß wie Laternen zu blicken! Aber vielleicht hast du recht! Vielleichtsind wir so elend, dass es gut wäre, wenn wir sofort sterben würden und voneinem Teufel über den Dachfirst getragen würden!"...