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Wildes Baden im Fluss war noch zum Ende des 19. Jahrhunderts als obszön verschrien und mangels ausreichender Schwimmkenntnisse bei weiten Teilen der Bevölkerung auch nicht ungefährlich. Erst als durch die Donauregulierung vor Wien ein ruhiger Flussseitenarm entstand, wurden die Badebedingungen bei Klosterneuburg günstiger und die örtlichen Behörden machten sich daran, das "illegale Baden" in geordnete Bahnen zu bringen. Zuerst kam es in einem stillgelegten Seitenarm der Donau 1870 zur Errichtung eines Badeschiffes in der Nähe des Kritzendorfer Bahnhofs, das dann 1903 an die Donau verlegt wurde (heute Strombad Kritzendorf). 1878 wurde ebenfalls auf einem stillgelegten Seitenarm der Donau ein weiteres Badeschiff in der Nähe des Bahnhofs Klosterneuburg-Weidling errichtet (heute Strandbad Klosterneuburg). Beide Bäder waren schon um die Jahrhundertwende für die erholungsbedürftigen Wiener attraktiv geworden, da sie durch den Bau der Franz-Josefs-Bahn von Wien aus leicht erreichbar waren. In den 1930er Jahren entwickelten sich die beiden Bäder zu einer eigenen Siedlung aus Holzbauten mit einer Sanitäts- und Gendarmeriestation, Restaurants, Geschäften, Milchtrinkhallen und Musikpavillon. Das Strombad Kritzendorf wurde als "Riviera an der Donau" bezeichnet. Die Blütezeit des Strombades und des Strandbades endete 1938 jäh mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Österreich. Die Entstehung der Kleingartensiedlung Schwarze Au geht auf die Lebensmittelknappheit im Ersten Weltkrieg zurück, weil die Menschen bestrebt waren, sich in schwierigen Zeiten selbst zu versorgen. Obst und Gemüse wurden angebaut. In der Zwischenzeit entstanden dann weitere Badesiedlungen wie die Haas-Kolonie, die Rollfährensiedlung und die Pionierinsel. Das Buch zeigt auch anhand von Karten, wie schnell das Klosterneuburger Augebiet nach der Donauregulierung besiedelt wurde. Bis dahin machten der sich stets verändernde Lauf der unregulierten Donau, die vielen Inseln und die feuchten Auen eine ständige Ansiedlung schwer möglich. Ökologische Kriterien wurden bei der Donauregulierung leider nicht beachtet und auch später getroffene Maßnahmen zur Erhaltung der Au-Landschaft zeigten zwar Erfolg, waren aber leider nicht dauerhaft.
Erich Wonka ist 1947 in Villach geboren; 1962 Abschluss der Hauptschule bei den Schulbrüdern in Wien; 1964 Abschluss der Handelsschule in Wien. Anschließend war Erich Wonka mehrere Jahre als Bankangestellter tätig. Während dieser Zeit legte er die Externistenreifeprüfung an der Bundes-Handelsakademie in Wiener Neustadt ab. Danach studierte er an der Universität Wien Geographie mit dem Studienzweig Kartographie; 1979 schloss er das Studium mit einer Diplomarbeit ab. 1978 bis 1981 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Ost- und Südosteuropa-Institutes in Wien; ab 1981 Leiter des Referates für Kartographie in der Statistik Austria. Parallel dazu absolvierte der Autor das Doktoratsstudium und promovierte 1987. Sein Forschungsschwerpunkt ist die kleinräumige Regionalstatistik und deren kartographische Darstellung für die Raum- und Umweltplanung. Im Rahmen dieser Tätigkeit verfasste er über 50 Fachartikel und einige Sachbücher. Er hielt auch Vorträge bei Tagungen und Kongressen. Von 1995 bis 2010 war er Mitglied des Ausschusses für Stadtplanung und -entwicklung in der Stadtgemeinde Klosterneuburg.