Ernst Klein

Der Mann, der seinen Mörder sucht

Schwarzhumorige Kriminalkomödie aus der Zwischenkriegszeit über Todesauftrag, Großstadtangst und Verfolgung. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,7 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 112 Seiten
EAN 9788028375539
Veröffentlicht Mai 2024
Verlag/Hersteller Sharp Ink

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Beschreibung

Der Mann, der seinen Mörder sucht entfaltet aus einer makabren Versuchsanordnung eine präzise Studie moderner Existenzangst: Ein lebensmüder Mann setzt den eigenen Tod in Auftrag und muss, als der Lebenswille zurückkehrt, den unbekannten Vollstrecker finden. Klein verbindet Kriminalintrige, schwarze Komödie und psychologisches Kammerspiel; im Kontext der Zwischenkriegsmoderne erscheint die Großstadt als Labyrinth von Zufall, Vertrag und moralischer Verunsicherung. Ernst Klein, geprägt von journalistischer Beobachtungsschärfe und der literarischen Kultur des deutschsprachigen Mitteleuropa, besaß ein besonderes Sensorium für urbane Nervosität, soziale Maskenspiele und die Brüchigkeit bürgerlicher Sicherheiten. Gerade diese Erfahrungen erklären die suggestive Anlage des Buches: Es übersetzt die Beschleunigung der Moderne in eine Handlung, in der ein einmal gefasster Entschluss unaufhaltsam gegen seinen Urheber arbeitet. Zu empfehlen ist dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Spannung nicht nur als Rätsel, sondern als Erkenntnisform schätzen. Die knappe, pointierte Konstruktion macht den Text zugänglich, seine philosophische Ironie jedoch dauerhaft anregend. Wer sich für frühe Kriminalliteratur, existenzielle Groteske und die Ästhetik der Weimarer Zeit interessiert, findet hier ein bemerkenswertes, klug komponiertes Werk.

Portrait

Ernst Klein (1876 - 1951) war ein österreichischer Journalist und Schriftsteller. Unter Pseudonym verfasste er in seiner Berliner Zeit den Skandal von Graz und weitere pornografische Romane für den Verleger Willy Schindler. Größeren kommerziellen Erfolg als die schnell beschlagnahmten Schindler-Privatdrucke hatten seine "Sensationsdramen" wie Der seltsame Fall, welches allein in Berlin über 350-mal aufgeführt wurde, und Der Selbstmörderklub. Sein Roman Wenn Frauen kämpfen wurde vom Ministerium für Volksbildung der DDR auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.