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Felix Saltens "Bambi" ist weit mehr als eine Tiergeschichte: Der 1923 erschienene Roman entfaltet in präziser, zugleich poetisch verdichteter Prosa die Lebens- und Bewusstseinsgeschichte eines jungen Rehs im Wald. In episodischer Form verbindet Salten Naturbeobachtung, Entwicklungsroman und existenzielle Parabel. Hinter der scheinbar schlichten Darstellung von Geburt, Gefahr, Verlust und Reifung steht ein literarischer Kontext der Moderne, in dem Unsicherheit, Gewalt und Entfremdung zentrale Erfahrungen bilden. Felix Salten, 1869 in Budapest geboren und in Wien aufgewachsen, gehörte zum kulturellen Umfeld des Wiener Fin de Siècle. Als Journalist, Kritiker und Schriftsteller kannte er die urbane Moderne ebenso wie ihre politischen Spannungen. Seine jüdische Herkunft, seine Sensibilität für Verfolgung und gesellschaftliche Bedrohung sowie sein Interesse an psychologischer Beobachtung prägen vermutlich die allegorische Tiefe von "Bambi". Der Wald erscheint nicht idyllisch, sondern als streng geordnetes, gefährdetes Lebenssystem. Dieses Buch sei Leserinnen und Lesern empfohlen, die klassische Literatur jenseits sentimentaler Verkürzungen entdecken möchten. "Bambi" überzeugt durch sprachliche Eleganz, ethische Ernsthaftigkeit und eine erstaunlich moderne Reflexion über Angst, Anpassung, Herrschaft und Überleben.
Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
Felix Salten (1869 - 1945) war ein österreichisch-ungarischer Schriftsteller und wurde durch seine Tiergeschichte "Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde" weltbekannt. Salten war Redakteur der Wiener Allgemeinen Zeitung geworden und war dort als Theaterreferent tätig. 1901 hatte er das Jung-Wiener-Theater "Zum lieben Augustin" gegründet, angeregt durch er das Bühnenstück "Das Gemeine". Im Jahr 1902 wechselte Salten zu der Wiener Zeitung "Die Zeit". 1923 veröffentlichte er die beiden Tiergeschichten "Der Hund von Florenz" und "Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde", die beide später - ebenso wie "Die Jugend des Eichhörnchens Perri" von Walt Disney verfilmt wurden. Salten schrieb die Fortsetzung "Bambis Kinder", als er in der Schweiz im Exil lebte. Die Vorbilder für Geno und Gurri waren seine eigenen Kinder. Felix Salten starb am 8. Oktober 1945 in Zürich.