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Welche Zugänge öffnet ein kooperativ hergestellter Text, die über Erkenntnis- und Ausdrucksmöglichkeiten eines Einzelnen hinausführen? Der bildende Künstler Heimo Zobernig und der Dichter Ferdinand Schmatz stellen in ihrem Buch diskrete diskurse vieles auf den Prüfstand, was den kreativen Akt, das Werk, dessen Voraussetzungen und Verstehen umfasst. Fragen nach Material, Medium, Botschaft, System, Betriebsumgebung u.a.m. konfrontieren die beiden mit Zeugnissen von emotionalem und sozialem Involviertsein, um sich Poesie, Kunst und Leben als Ganzes zu "genehmigen". Anstelle von Resümees und festen Positionen gibt das Buch Gelegenheit, Denkbewegungen zu begleiten. Im Drehen und Wenden von Wörtern und Phrasen, in der dialektischen Aufhebung von Begriffen stellen sich Momente ein, in denen überraschende Einsichten zünden, um in unvorhergesehene Richtungen abzuspringen. Schmatz' und Zobernigs diskrete diskurse erscheinen als Echtzeit- Protokolle eines ins Offene gerichteten Forschens, zugleich beruhen sie auf einer Komposition, die ebenso wie die experimentellen Interventionen in Form von Listen, Sinnsprüchen, Kalauern oder Briefverkehr das Was und Wie des Form-Denkens der beiden Künstler im Moment seiner Entfaltung zeigt.
Ferdinand Schmatz, geboren 1953, lebt in Wien, schreibt Gedichte, Prosa, Essays und Hörspiele. Von 2012 bis 2020 Leitung des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2004 Georg-Trakl-Preis. 2006 H.C. Artmann-Preis. 2009 Ernst-Jandl-Preis u.a.