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Wo der Strom tiefer liegt als die Karten zeigen, wo Schilf lautlos steht und kein Wind sich regt - dort beginnt die Welt der Donaugeister.
Florian Lechners Erzählband "Donaugeister - Sagenhafte Wesen der Tiefebene" entführt seine Leser in eine Welt am Rand des Sichtbaren: an die breiten, trägen Ufer der Donau, in Dörfer, die ihre eigenen Geheimnisse hüten, und in Geschichten, die zwischen Trauer, Verlust und uralter Magie angesiedelt sind. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner dieser schattigen Zwischenwelt - Wassergeister, Flussseelen und Wesen, für die Zeit keine Linie ist, sondern ein Fluss.
Die Eröffnungserzählung "Die Braut des Wassers" gibt sofort den Ton vor: Eine Frau trauert um ihren ertrunkenen Mann, vollzieht einen uralten Ritus am Ufer - und bekommt eine Antwort, die sie nicht vergessen kann. Lechner erzählt diese Geschichte mit bemerkenswerter Ruhe und Genauigkeit. Seine Sprache ist präzise und sinnlich zugleich, seine Figuren tragen ihr Leid ohne Klage, und die übernatürlichen Elemente wachsen so organisch aus dem Alltag hervor, dass die Grenze zwischen Realismus und Mythos verschwimmt.
Was diesen Band von anderen phantastischen Erzählsammlungen unterscheidet, ist seine tiefe Verwurzelung in der Folklore der Donauregion. Lechner schöpft aus serbischen, ungarischen und donauschwäbischen Sagentraditionen und erschafft daraus eine eigene, konsequente Mythologie - mit eigenen Regeln, eigenen Wesen, eigener Logik. Der Vodenjak, der Wassergeist, leiht statt zu stehlen; das Wasser vergisst nicht, aber es urteilt nicht.
Ein außergewöhnliches Leseerlebnis für alle, die Literatur suchen, die verweilt und nachhallt.
Florian Lechner wuchs in einer Region zwischen Fluss und Flachland auf, wo sich Alltagswelt und Sagentraditionen untrennbar verflechten. Seine Faszination für die verborgenen Geschichten von Gewässern und den Kulturen an ihren Ufern prägt sein literarisches Schaffen. Lechner hat sich intensiv mit europäischen Folklore-Traditionen und deren zeitgenössischen Interpretationen auseinandergesetzt. Seine Arbeiten verbinden psychologische Tiefe mit der Atmosphäre von Mythos und Geheimnis. Mit "Donaugeister" legt er eine Sammlung vor, die das Sagenhaft-Düstere unserer Kulturlandschaften neu erkundet.