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Der Schischak-Schoschenk-Synchronismus gehört zu den zentralen Bezugspunkten der konventionellen Chronologie des frühen 1. Jahrtausends v. Chr. Seit Jean-François Champollion wird der in 1 Kön 14 und 2 Chr 12 genannte Pharao Schischak weithin mit Schoschenk I., dem Begründer der 22. Dynastie, identifiziert. Die vorliegende Studie fragt nach der wissenschaftstheoretischen Tragfähigkeit dieser Gleichsetzung. Sie untersucht die philologischen, historischen und archäologischen Argumente, die den Synchronismus stützen sollen, und prüft zugleich die gegen ihn vorgebrachten Einwände. Im Mittelpunkt stehen die Namensgleichung Schischak-Schoschenk, die Toponymenliste von Karnak, das Megiddo-Fragment sowie die byblischen Königsinschriften. Die Arbeit verbindet alttestamentliche Exegese, Ägyptologie, Archäologie und Wissenschaftstheorie. Sie versteht sich nicht als endgültige Widerlegung eines etablierten Modells, sondern als methodisch kontrollierte Prüfung eines weithin vorausgesetzten Synchronismus. Dabei zeigt sich, dass die Gleichsetzung Schischak = Schoschenk I. möglich bleibt, aber nicht als alternativlos gelten kann.