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Nach der Edition der Freiburger Hexenprozesse (15.-18. Jahrhundert) werden erstmals sechs umfangreiche Freiburger Eidbücher (15.-18. Jahrhundert) in voller Länge ediert. Die darin enthaltenen Eide und Ordnungen, die rund um den jährlichen Besatzungstag zu schwören oder vorzutragen waren, belegen, wie der Freiburger Rat die Ausübung von Herrschaft und Aufgaben delegierte und kontrollierte. Gleichzeitig schaffen sie einen Zugang zur konkreten, alltäglichen Stadtgeschichte. Indem diese Edition die Entwicklung und das Funktionieren der Freiburger Stadtrepublik über mehrere Jahrhunderte veranschaulicht, leistet sie nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Rechtsgeschichte, sondern zeigt auch die hohe alltagsgeschichtliche Relevanz der
Eide und Ordnungen. Durch Freiburgs Lage an der deutsch-französischen Sprachgrenze handelt es sich um eine zweisprachige Edition. Die Entwicklung und der Umgang mit beiden Sprachen sowie das Sprachverständnis der Kopisten dürfte auch Sprachforschende interessieren.
Rita Binz-Wohlhauser, Dr., studierte Geschichte und Sozialforschung an der Universität Fribourg und promovierte 2012 zum Thema städtische Elite in Freiburg im Üchtland (18. Jh.). Seit 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Freiburger Staatsarchivs und seit 2016 der Rechtsquellenstiftung. Lionel Dorthe, Dr., studierte Geschichte, Literatur und Politikwissenschaften an der Universität Lausanne, Archivistik an der Université du Québec in Montréal und absolvierte ein Nachdiplomstudium in Archiv-, Bibliotheks- und Informationswissenschaften an den Universitäten Bern und Lausanne. 2013 promovierte er zum Thema Justiz und Kriminalität (15.-16. Jh.). Seit 2015 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Freiburger Staatsarchivs und seit 2012 der Rechtsquellenstiftung.