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Europa - Wie ist es zu einem Kontinent gewachsen?
Europa ist unter den fünf Erdteilen der kleinste. Der Erdteil liegt auf keiner eigenständigen Landmasse. Man hält ihn für den 'Wurmfortsatz ' des riesigen Kontinents Asien, wobei beide Teile zusammen als 'Eurasien' benannt werden. Wie aber kommt es, dass sich das kleine Europa eine Bedeutung zugeeignet hat, dass von ihm die stärksten Impulse in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf die 'ganze bewohnte Erde' ausgegangen sind und ausgehen? Europa ist der wirkmächtigste Kontinent.
Das Buch beschreibt das Entstehen des Kontinents aus dem griechischen Mythos von 'Europa auf dem Stier' und dem Verschmelzen des mythischen Narrativs mit der Historie des Landraumes, der in Griechenland ansatzweise als 'Europa' verstanden worden ist und woran sich die Vorstellung von 'Freiheit und Demokratie' seit den Perserkriegen festgesetzt hat. Die Geschichte dieses über 2000 Jahre hin wachsenden Europa wird - durch einschlägige Bilder unterstützt - schrittweise dargestellt und in den vielfältigen politischen Umbrüchen und unter wechselnden Staatsformen vor Augen geführt. Europa als Kulturzentrum, aber auch als Völker vernichtendes Machtgefüge. Zwei hier ausbrechende Weltkriege haben die Angst vor der Zerstörung des Globus geschürt. Nach deren Ende durfte die Erde unter dem Gleichgewicht des Schreckens' fortbestehen, das heute allerdings vom Osten her unterminiert wird. Wie der gegenwärtige Streit der Großmächte über den kleinsten Kontinent zeigt, hängt über ihn nach wie vor das Damoklesschwert.
Bizarre Szenarien der Europa-Geschichte werden von Anfang an eindrucksstark und witzig durch Karikaturen der zum Symbol gewordenen Konfiguration 'Europa und der Stier' beleuchtet. So offenbart sich Schritt für Schritt, was die Identität Europas ausmacht.
Prof. Dr. Friedrich Maier, geb. am 21. 10. 1935 in Neunburg v. W./Opf., machte an der "Oberrealschule mit Gymnasium" in Cham das Abitur, studierte von 1956-1961 an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München klassische Philologie, Germanistik, Geschichte und Philosophie, lehrte am Institut für klassische Philologie die Sprachen Griechisch und Latein. 1993 wurde er an die Humboldt- Universität zu Berlin berufen. Von dort unterstützte er - zugleich als Vorsitzender des Deutschen Altphilologenverbandes - intensiv den Wiederaufbau der Institute der klassischen Philologie in Halle, Leipzig und Rostock, ebenso die Wiedereinführung der klassischen Fächer, bes. des Lateinischen, in den sich restaurierenden Gymnasien innerhalb der Neuen Bundesländer. 2001 trat er in den Ruhestand.
Sein Lehr- und Forschungsgebiet ist die Vermittlung der klassischen Sprachen und Literaturen und ihres Fortwirkens in Europa. Zahlreiche Veröffentlichungen dienen diesem Ziel. Für seine Lebensleistung wurde ihm zum 80. Geburtstag das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.