Fritz Lang: "M - eine Stadt sucht einen Mörder"

Texte und Kontexte. 'Film - Medium - Diskurs'. GEH.
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Fritz Langs Film "M- Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) ist nicht nur ein Klassiker beim Filmpublikum, sondern gehört zum fest etablierten Bestandteil der cinematischen Kurrikula an Schulen und Universitäten. Die vielfältigen Themen, die der Film diskutiert, umfassen Medientheorie, Psychologie, Semiotik, Gesellschaftskritik, Justizkonzepte, Wahrheitsbegriffe und Ästhetik - um nur einige wenige zu nennen. Angesichts dessen verwundert es, dass im Gegensatz zum Film selbst (der jüngst sogar in der SZ Cinemathek erschienen ist) wichtige Materialien immer noch schwer zugänglich sind und es keine deutschsprachige Einführung gibt. Forschungsbeiträge sind verstreut und abgelegen publiziert, dazu oft seit langer Zeit nicht nachgedruckt worden. Absurderweise ist es, wenn die Texte überhaupt verfügbar sind, oft leichter an englische Übersetzungen als an die Originale zu kommen. Dies verdankt sich dem Umstand, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Film die letzten Jahre über vor allem durch amerikanische Beiträge vorangetrieben wurde. Insofern liegen auch die Erkenntnisse der neueren Forschung meist nicht auf Deutsch vor. Die Idee dieses Bandes ist es, gleichermaßen für den populären Leser als auch für Unterricht und akademische Lehre ein Kompendium zur Beschäftigung mit dem Film "M" zu sein. Die Zugänge der Einführungstexte entspringen einer methodischen Vielfalt. Angestrebt wurde eine Mischung aus Beiträgen etablierter Experten aus Deutschland und den USA sowie Neuinterpretationen von Nachwuchswissenschaftlern. Die transatlantische Zusammenarbeit steht nicht zuletzt im Dienst des Wissenstransfers. Darüber hinaus versammelt der Band wichtige Quellen, die oft verstreut zusammengesucht werden mussten und ediert erstmals die "M" betreffenden Auszüge aus Fritz Langs Notizbuch, ein Interview-Typoskript und einen Teil der Zensurkarte zu "M", die eine in der heutigen Schnittfassung nicht mehr erhaltene Szene des Films beschreibt. Abgerundet wird der Band durch eine Bibliographie, die die weiterführende Beschäftigung mit dem Film erleichtern soll. Beiträge A. Kaes: Spurensuche - C. Bareither / U. Büttner: Einleitung - J. Knape: Zur Theorie der Spielfilmrhetorik mit Blick auf Fritz Langs "M" - M. Gehring: Eine Mörderjagd in Bild und Ton. Fritz Langs "M" aus technischer Sicht - U. Büttner: Hans Beckert in der Halle des Bergkönigs. Fritz Langs Travestie des nordischen Helden Peer Gynt - J. Harst: MM. Vom Gesetz ein Liedchen singen - C. Bareither: Psyche des Mörders - Psyche des Films. Freudsche Psychoanalyse als filmisches Verfahren in "M" - D. Kimmich: "M". -Leere Tatorte', das moderne -Indizienparadigma' und das Ende der Interpretation - C. Szilagyi: "Doch ist er mitten unter uns." Anderssein zwischen Unsichtbarkeit und Markierung in Fritz Langs "M" - A. Gehrlach: "Immer muss ich durch Straßen gehn..." Die Ethik der Körper in "M" - M. Tatar: "Ihr auch?" Mord, Opferkult und die Wiederherstellung der sozialen Ordnung in "M" - D. Schmeiser: Justizkritik und Justizreflexion in "M" - S. F. Hall: Verbrechen und andere Konsumgüter. Kommerzialisierung und Massenmedien in "M" - S. Kunkel (Bremen): Weimars Politainment. Zukunftsentwürfe und Modellierungen des Politischen in der deutschen Unterhaltungsgesellschaft (1924-1931) - A. Santana-Acuña: "M" wie Masse. Langs Film als Beitrag zur Sozialtheorie Materialien F. Lang: Notizbuch (1930-1934). Edition und Kommentar - F. Lang: Das Gesicht des Mörders (1931) - F. Lang: Mein Film "M" - ein Tatsachenbericht (1931) - F. Lang: Some Random Notes about "M" (1948) - F. Lang: Interviewaussagen zu "M" (1931-1975) - T. v. Harbou: Warum gerade solch ein Film? (1931) - C. Bareither: Überblick zum Presseecho - G. Tergit: Der Film des Sadismus (Die Weltbühne 1931) - R. Arnheim: Eine Minute Pause (Die Weltbühne 1931) - S. Kracauer: Unterwelt (Frankfurter Zeitung 1931) - S. Kracauer: Mörder unter uns (Auszug aus: "Von Caligari zu Hitler" 1947) - U. Büttner: Die Restaurierung des Films - Zensurkarten. Edition der nicht mehr enthaltenen Szene der Erstfassung - Auswahlbibliographie zu "M" - Autorenverzeichnis

Urs Büttner studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie in Hagen, Eichstatt, Konstanz, Tübingen und Harvard. Zur Zeit schreibt er seine Doktorarbeit über Achim von Arnim in Tübingen.
Christoph Bareither arbeitete mehrere Jahre bei Theater, Film und Fernsehen in den Bereichen Produktion, Drehbuch und Regie. Er studiert Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen und der University of North Carolina at Chapel Hill, wo er auch als Teaching Assistant tätig war.

ISBN 382604214X
EAN 9783826042140
Seiten 224 Seiten
Veröffentlicht März 2011
Verlag/Hersteller Königshausen & Neumann

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