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Es gibt Geräte, die uns innehalten lassen. Die Enigma gehört dazu: eine Schreibmaschine, die nicht schreibt, sondern verwandelt. Wer sie zum ersten Mal sieht, fragt sich unweigerlich, was da im Inneren vor sich geht.
Dieses Buch beantwortet die Frage nicht mit Formeln, sondern mit Schere und Klebstoff. Aus zwei Bögen A3-Karton entsteht ein Papiercomputer mit Reflektor, drei Walzenstreifen und Eingabespalte, der genau das tut, was die echte Maschine tut. Der Bauplan liegt bei, mit allen Maßen und der vollständigen Verdrahtung der Umkehrwalze B.
Dann geht es ans Rechnen. Schritt für Schritt wandert das Wort FROH durch die Maschine: hinein in Walze III, weiter zu Walze II, hinüber zu Walze I, umgelenkt am Reflektor und auf demselben Weg zurück. Zwölf Buchstabentauschungen für ein einziges Zeichen. Große, neu gezeichnete Schaubilder zeigen jeden Schritt mit farbigen Pfeilen, und am Ende steht das geheimnisvolle DZBC.
Zur Gegenprobe tritt eine elektronische Enigma-Replika an, eine flache Platine, die dreizehn Modelle in sich vereint. Modell wählen, Walzen wählen, Ringstellung, Spruchschlüssel: alles wird fotografiert und erklärt. Und tatsächlich, auch hier leuchten die Lämpchen D, Z, B und C auf.
Der zweite Teil führt in die Funkstuben. Was war eine Schlüsseltafel, warum standen die Tage darauf von unten nach oben, und wie baute ein Funker seinen Spruchkopf zusammen? Zwei vollständige Funksprüche werden Buchstabe für Buchstabe durchgerechnet. Ein Kapitel über den Schlüsselraum zeigt zum Schluss, warum die deutschen Militärs ihre Maschine für unknackbar hielten: rund 107 Trilliarden mögliche Einstellungen. Und warum ein kleines Häuflein kluger Köpfe in Bletchley Park trotzdem gewann.
Als Zugabe enthält das Buch ein Drehbuch über Augustinus von Hippo, zwölf eigens gezeichnete Szenenbilder. Ein Nachwort trennt sauber, was verbürgt ist und was hinzugedichtet wurde. Den Schluss bildet ein Brief über das, was bleibt.
Meine Bücher entstehen aus Neugier, Freude und dem Wunsch, erstaunliche Dinge zu entdecken. Meine Themen sind vielfältig: historische Rechenmaschinen, Mathematik, Informatik, Schach, Retro Computer, Astronomie, Philosophie, Science Fiction, lernende Maschinen und Spiele. Besonders gerne entwickle ich eigene Spiele, Modelle und kleine Denkmaschinen. Ich schreibe über das, was mich fasziniert und Freude macht. Meine Bücher sollen neugierig machen, zum Ausprobieren anregen und die Freude am Staunen bewahren. Viele Fotografien, Illustrationen, Modelle und Versuchsaufbauten entstehen in eigener Arbeit. Von Beruf bin ich Bauingenieur, war viele Jahre als Architekt tätig und studierte einige Zeit Informatik.