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Früher sammelte man in Wunderkammern alles, was selten, rätselhaft oder erstaunlich war. Die Wunderkammer der Zahlenfreude öffnet ihre Schubladen für historische Rechengeräte, und im ersten Band liegt ein ganz besonderer Schatz: die Rechenstäbchen des schottischen Gelehrten John Napier.
Napier, der Erfinder der Logarithmen, hatte eine tiefe Abneigung gegen lästiges Rechnen. Also ersann er Stäbchen, auf denen das kleine Einmaleins steht, jedes Feld durch eine schräge Linie geteilt. Legt man sie nebeneinander, verwandelt sich eine große Multiplikation in eine Reihe kleiner Additionen entlang der Diagonalen.
Das Buch führt Sie ohne Vorkenntnisse durch alles, was die Stäbchen können. Zuerst wird 456 × 7 gerechnet, dann 97 × 56 mit zwei versetzten Teilrechnungen. Danach teilen Sie 348 durch 16 und sehen, wie die Stäbchen das lästige Probieren übernehmen. Zum Schluss öffnet sich Napiers Promptuarium, ein Streifenkasten mit Lochmasken, der 39 × 57 in einem einzigen Gitter löst. Jeder Schritt ist mit eigens gezeichneten Grafiken im Stil der fünfziger Jahre bebildert.
Zwischen den Rechnungen laden Teepausen zum Schmunzeln ein: Napier entlarvt einen Dieb mit einem rußgeschwärzten Hahn, fängt die Tauben des Nachbarn mit getränktem Korn, kann wegen einer klappernden Mühle nicht schlafen und sucht im Auftrag eines Burgherrn nach einem Schatz, den es nie gab. Ein Kapitel über Napiers Leben führt vom Rechenschachbrett, einem frühen Zweiersystem, bis zu Schickards Rechenuhr von 1623.
Wer selbst rechnen möchte, findet alle Beispiele zum Ausprobieren in der Wunderkammer der Zahlenfreude im Netz.
Als Zugabe enthält der Band das Drehbuch "Der Prinz der Mathematik" über Carl Friedrich Gauß: vom dreijährigen Jungen, der die Lohnliste seines Vaters berichtigt, über die berühmte Summe 5050 und das Siebzehneck bis zum wiedergefundenen Kleinplaneten Ceres. Den Abschluss bildet der Brief "Das bleibt!" im Geist des Augustinus.
Meine Bücher entstehen aus Neugier, Freude und dem Wunsch, erstaunliche Dinge zu entdecken. Meine Themen sind vielfältig: historische Rechenmaschinen, Mathematik, Informatik, Schach, Retro Computer, Astronomie, Philosophie, Science Fiction, lernende Maschinen und Spiele. Besonders gerne entwickle ich eigene Spiele, Modelle und kleine Denkmaschinen. Ich schreibe über das, was mich fasziniert und Freude macht. Meine Bücher sollen neugierig machen, zum Ausprobieren anregen und die Freude am Staunen bewahren. Viele Fotografien, Illustrationen, Modelle und Versuchsaufbauten entstehen in eigener Arbeit. Von Beruf bin ich Bauingenieur, war viele Jahre als Architekt tätig und studierte einige Zeit Informatik.