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Ruanda nach dem Völkermord - Hoffnungsträger in Afrika oder Trugbild des Fortschritts? Von April bis Juli 1994 wurden in Ruanda Hunderttausende Menschen wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit umgebracht. Auf das Verbrechen folgte ein staatlicher Neuaufbau, der als beispielhaft gilt. Und doch ist die Region bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Gerd Hankel hat Ruanda und die umliegenden Länder vielfach besucht und die Entwicklung des Landes über zwanzig Jahre hinweg beobachtet und begleitet. Er erläutert Hintergründe und Auswirkungen des Genozids und macht deutlich, dass Zweifel an dem Bild angebracht sind, das Ruanda von sich propagiert: Der Völkermord wird als ein politisches Instrument genutzt, dessen versuchte Bewältigung als Mittel zur Unterdrückung kritischer Stimmen. Beides wirft nicht nur ein entlarvendes Licht auf den Vorzeigestaat in Zentralafrika, sondern stellt auch unseren Blick auf Gewalt und Unrecht infrage. Die erneut aktualisierte Kurzfassung zu Gerd Hankels 2016 erschienener großer Studie: 'Ruanda. Leben und Neuaufbau nach dem Völkermord. Wie Geschichte gemacht und zur offiziellen Wahrheit wird'. 'Für die Gegenwart so wertvoll.' Süddeutsche Zeitung
Gerd Hankel, Dr. jur., Dipl.-Übersetzer, geboren 1957, studierte an den Universitäten Mainz, Granada und Bremen. Seit 1993 ist er freier Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung, seit 1998 wissenschaftlicher Angestellter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Er ist Autor zahlreicher Beiträge zum humanitären Völkerrecht, zum Völkerstrafrecht und zum Völkermord in Ruanda, dessen justizielle Aufarbeitung er untersuchte.