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Gerhard Winkelmayers Debütwerk versammelt neun Erzählungen, die auf den ersten Blick von Messern, Fischen und Küchen handeln - und auf den zweiten von Vertrauen, Verrat und den leisen Momenten, in denen sich das Leben für immer verändert.
Im Mittelpunkt stehen Figuren, die in ihrer Arbeit aufgegangen sind: Köche, Händler, Handwerker, Menschen, deren Identität sich durch Jahrzehnte der Präzision geformt hat. In knapper, atmosphärisch dichter Prosa erzählt Winkelmayer von den Bruchlinien, die sich in solchen Leben auftun - nicht durch große Dramen, sondern durch kleine Unstimmigkeiten, durch Gerüche, die nicht stimmen, durch Gewichte, die nicht passen, durch Lächeln, die eine Sekunde zu früh kommen.
Die eröffnende Geschichte um den Sushi-Meister Kenji Mori gibt den Ton des gesamten Bandes vor: Ein Mann, der siebenunddreißig Jahre lang dieselbe Arbeit mit derselben Sorgfalt getan hat, bemerkt etwas Kleines - und beginnt zu begreifen, dass dieses Kleine alles verändert. Winkelmayer schreibt mit bewundernswerter Zurückhaltung; er erklärt nicht, er zeigt, und er vertraut darauf, dass der Leser zwischen den Zeilen liest.
Was diesen Erzählband auszeichnet, ist seine thematische Konsequenz. Die Messer, die in allen neun Geschichten auftauchen, sind nie nur Werkzeuge. Sie sind Symbole für Schärfe des Urteils, für den Moment der Entscheidung, für die Grenze zwischen dem, was man weiß, und dem, was man aussprechen will. Und der Fisch - flüchtig, verderblich, ehrlich in seiner Vergänglichkeit - steht für alles, was sich nicht festhalten lässt.
Winkelmayers Sprache ist präzise und ruhig, ohne kalt zu sein. Wer Freude an literarischer Prosa mit handwerklicher Sorgfalt hat, wer Erzählungen schätzt, die im Kleinen das Große verhandeln, wird in diesem Band eine außergewöhnliche Lektüre finden.
Gerhard Winkelmayer arbeitet seit vielen Jahren als Beobachter menschlicher Momente. Seine Leidenschaft gilt den präzisen Details des Alltags - den Gesten, die Entscheidungen treffen, den Objekten, die Geschichten erzählen. Seine Erzählungen entstehen aus dieser feinen Aufmerksamkeit für das Zwischenmenschliche und das Handwerkliche. Mit "Die Schärfe des Augenblicks" legt Winkelmayer eine Sammlung vor, die Spannung und Tiefe in scheinbar einfache Szenen einwebt. Seine Texte zeichnen sich durch eine klare, metronomische Sprache aus, die dem Leser Raum für eigene Interpretationen lässt.