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Obwohl die Schoáh in Rumänien trotz des obwaltenden aggressiven rumänischen Faschismus ohne die verbündeten Deutschen damals wohl anders verlaufen wäre, ist darüber in der deutschsprachigen Literatur noch immer nicht allzu viel bekannt. Vor dem 2. Weltkrieg lebte in Rumänien ein bedeutender Teil der Judenheit, nämlich ca. 800.000 Menschen (ca. 4 % der Gesamtbevölkerung), von denen während der Schoáh in kaum mehr als drei Jahren ca. 385.000 (ca. 48 % ) direkt oder indirekt getötet bzw. ermordet wurden. Besonders grausam verlief etwa der "Schwarze Sonntag" am 29. Juni 1941 in Iasi (Nordost-Rumänien), wo viele Juden von rumänischen Soldaten erschossen wurden, ca. 2.650 Menschen erstickten oder verdursteten in Güterwaggons, insgesamt wurden ca. 10.000 Menschen aus dieser Stadt ermordet. Grausam verliefen die Deportationen nach und in Transnistrien, einer Region zwischen Bug, Dnjestr und Schwarzem Meer, heute südwestliche Ukraine, wo insgesamt ca. 200.000 Menschen zu Tode kamen. Das berüchtigte Lager Wapniarka wurde im Oktober 1941 im damals rumänischen Transnistrien errichtet, heute Kreis Vinnitsa (Winniza)/Ukraine. Die ersten 1000 internierten Juden kamen aus Odessa, darunter solche, die vorher aus Bessarabien geflohen waren. Am 16.September 1941 wurden "1.046 rumänische Juden ins Lager gebracht. Etwa die Hälfte war wegen des Verdachts, Kommunisten zu sein, aus der Heimat verbannt worden." Nun war nicht mehr die transnistrisch-rumänische Gendarmerie, sondern das Bukarester Innenministerium zuständig. Unter den zuletzt 1.179 Häftlingen waren ca. 200 Sozialdemokraten, 130 Kommunisten und 107 Frauen. Ein Lagerkomitee der Häftlinge sollte beim Überleben entscheidend helfen. Geza Kornis beschreibt seinen Leidensweg von Verhaftung und Folter bis ins KZ Wapniarka, das Lagerleben, die Lähmungstragödie und den Hungerstreik, dann sein Leben im Ghetto Olgopol, musterhafte Menschen und seine Befreiung aus einem rumänischen Arbeitslager, womit er Matei Galls Darstellung und andere Zeugenberichte bestätigt und ergänzt. Es handelt sich hier um einen Auszug aus seinen umfangreicheren autobiographischen Aufzeichnungen, geschrieben in den Jahren 2002 bis 2003.
Dipl. Volkswirt Geza Komis wurde am 20 Januar 1917 in Budapest als Sohn des Kaufmanns Karl Kornis und der Dichterin und Schriftstellerin Eise Kornis geboren. Von seinem zweiten Lebensjahr an ist er in Temesvar, im Banal, aufgewachsen, wo er die Volks- und Mittelschule besuchte. Sein Vater ist im Jahre 1933 gestorben. Schon mit 17 Jahren war er für das Wohl der Familie verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Vetter Franz Mann führte er das väterliche Farben- und Chemikaliengeschäft und sicherte beiden Familien Kornis und Mann einen gutbürgerlichen Lebensstandard. Im Herbst des Jahres 1939 rückte er zum Militär ein und diente als Minderheitler meist in militärischen Arbeitslagern. In den Jahren 1940, 1941 und 1942 musste er in Arbeitslagern für Juden Zwangsarbeit leisten. Im Herbst 1942 wurde er verhaftet und nach Transnistrien verschleppt, wo er im KZ-Lager Wapniarka und im Ghetto Olgopol fast zwei Jahre verbrachte. Im Januar 1944 heimgekehrt, musste er erneut in ein Arbeitslager für Juden einrücken und wurde erst im September 1944 befreit. So konnte er erst Ende 1944 seine kaufmännische Tätigkeit wieder auf-nehmen. Die Firma wurde 1948 liquidiert, er zog im gleichen Jahr nach Bukarest und fand dort im staatlichen Außenhandel einen Arbeitsplatz. In den 25 Jahren seiner Dienstzeit im Außenhandel übte er verschiedene Funktionen aus und brachte es bis zum Direktor sämtlicher Regionalunternehmen der Firma Fructexport, die er organisierte, um dann in der Zentrale in Bukarest als Abteilungsleiter seine Arbeit fortzusetzen. Er wurde mit Aufgaben häufig ins Ausland entsandt. Die Gründung der "Fleurop" in Rumänien war seine Initiative. Im Juni 1960 erwarb er als Privatschüler berufsbegleitend das Diplom eines Außenhandelskaufmanns, das in Deutschland als Diplom-Volkswirt anerkannt wurde. Seit April 1954 ist er mit Susanne, geb. Schönberger, verheiratet. Die 1950 geborene Tochter seiner Frau hat er adoptiert, und aus der Ehe entstand eine zweite 1955 geborene Tochter. Seit 1974 lebt er mit seiner Familie in Deutschland. Er arbeitete als beglaubigter Dolmetscher und Übersetzer für rumänische Sprache für die Gerichte und Notare im Land Hessen.