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Das frühneuzeitliche Recht gilt hergekommen als ein Instrument, das auf vielen Ebenen die Möglichkeiten und Rechte von Frauen zugunsten der Männer beschränkte. Giulio Erbar dokumentiert und analysiert am Beispiel des Herzogtums Württemberg, wie Gesetze, das rechtsgelehrte gemeine Recht und lokale Rechtsgewohnheiten in einem komplexen System das Verhältnis von Mann und Frau ausgestalteten. Sichtbar wird, dass sich die praktische Rechtsanwendung erheblich vom Gesetzeswortlaut entfernen konnte und deshalb ein neuer Blick auf das Verhältnis von Recht und Geschlecht in der Frühen Neuzeit erforderlich ist, der ungeahnte weibliche Handlungsräume zeigt.
Giulio Erbar schloss das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen 2021 ab; promoviert wurde er nach einer Förderung durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes im Jahre 2025 bei Prof. Dr. Stephan Dusil mit einer interdisziplinären Arbeit über das frühneuzeitliche Verhältnis von Recht und Geschlecht. Das Referendariat hat er am Oberlandesgericht Stuttgart absolviert.