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Was bedeutet es, die Welt zu sehen - wenn man selbst unsichtbar ist? Hae-Won Lims außergewöhnlicher Roman *Chroniken des Staubkorns* wählt einen der ungewöhnlichsten Erzähler der Literaturgeschichte: ein einzelnes Staubkorn, das im alten Ägypten aus dem Fels gehauen wird und von diesem Moment an durch Jahrtausende der Menschheitsgeschichte reist - vom Dunkel eines Pharaonengrabes bis hinaus in die Weiten des Universums.
Der Roman beginnt mit einem Meißelschlag in der ägyptischen Wüste. Ein winziges Steinpartikel löst sich aus uraltem Fels und landet auf der Haut eines erschöpften Arbeiters am Nil. Von diesem Augenblick an beobachtet das Staubkorn mit unbestechlicher Genauigkeit, was um es herum geschieht: die schweigende Schwere der Zwangsarbeit, die geheimen Zeichen eines namenlosen Mädchens namens Nefret an den Wänden der Grabkammer, die kleinen Akte von Würde und Widerstand, die die Geschichte niemals aufzeichnet.
Was diesen Roman so besonders macht, ist die Konsequenz seiner Perspektive. Das Staubkorn zählt Atemzüge, misst Schritte, registriert Wärme und Salz und Stille - und erschafft dadurch ein Bild des Menschlichen, das gerade durch seine Distanz von enormer Tiefe ist. Lims Sprache ist von einer seltenen poetischen Präzision: ruhig, sinnlich, von einer fast meditativen Dichte, die den Leser in einen eigentümlichen Zustand des Staunens versetzt.
*Chroniken des Staubkorns* ist ein Buch über das Vergessen und das Überdauern, über jene Menschen, die keine Denkmäler hinterlassen, und über die Frage, ob ein Leben zählt, das niemand bezeugt - außer einem Körnchen Staub, das alles gesehen hat.
Hae-Won Lim verbringt seine Tage damit, die Geschichte kleinster Dinge zu entdecken. Seine Faszination für die Archäologie der Alltäglichen und die stillen Zeugen großer Epochen prägt sein literarisches Schaffen. Mit einem Gespür für das Poetische in Details und einer Vorliebe für zeitlose Perspektiven erkundet er in seinen Werken die unsichtbaren Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Seine Erzählweise zeichnet sich durch eine meditative Tiefe aus, die Lesende einlädt, die Welt durch ungewöhnliche Augen zu betrachten.